Das Verwaltungsgebäude der Dortmunder Energie- und Wassergesellschaft mbH (DEW21).

Das Verwaltungsgebäude der Dortmunder Energie- und Wassergesellschaft mbH (DEW21).

Bild: © DEW21

Von Hans-Peter Hoeren

Zum Ende des Krisenjahrs 2024 hat die Dortmunder Energie- und Wasserversorgung (DEW21) in einer Vereinbarung mit den Gesellschaftern Dortmunder Stadtwerke (DSW21) und Westenergie verbindliche operative Ziele für die nächsten Jahre festgelegt. Unter anderem soll im Jahr 2030 ein Gewinn vor Steuern von 80 Millionen Euro zu erwirtschaftet werden. Erreicht werden soll das unter anderem durch Effizienzsteigerungen von zehn Prozent. Zum Vergleich: Das Jahresergebnis vor Zinsen und Steuern (Ebit) lag 2023 bei 73 Mio. Euro in den Jahren davor zwischen 85 bis 107 Mio. Euro.

Gleichzeitig soll künftig die Eigenausstattung, sprich die Eigenkapitalquote wieder auf ein wettbewerbsfähiges Niveau gebracht werden. Ende 2023 lag diese bei rund 18 Prozent, Banken erwarten in der Regel aber 25 bis 30 Prozent. Durch die Stärkung des Eigenkapitals soll eine wichtige Grundlage zur Sicherung der langfristigen Investitionen geschaffen werden. Allein im Netzbereich plant das kommunale Energieunternehmen jährlich mit Investitionen von mehr als 100 Mio. Euro. Weiterhin soll das Solar- und Windgeschäft weiterentwickelt werden.

DEW21 nimmt Margenverluste im Vertrieb in Kauf

Die Vereinbarung bildet den Abschluss eines turbulenten Jahres mit einem Abrechnungsskandal bei der digitalen Energietochter Stadtenergie und Millionenverlusten im Energieeinkauf bei der DEW21. Die Abschreibungen im Handelsbereich und deren Zustandekommen hatten politisch viele Fragen aufgeworfen, auch mit Blick auf interne Kontrollmechanismen und Verantwortlichkeiten und führten letztlich zum Rücktritt der Stadtwerkechefin Heike Heim im Frühjahr dieses Jahres.

Beide Vorgänge belasten auch das operative Ergebnis der DEW21massiv. Da das Unternehmen sich auf dem Höhepunkt der jüngsten Energiekrise für drei Jahre im Voraus eingedeckt hat - es geht dabei vorranig um Gas - dürfte der durchschnittliche Portfoliopreis für das laufende Jahr deutlich höher liegen als bei vergleichbaren Unternehmen. Um aber dennoch wettbewerbsfähig zu bleiben und nicht signifikant Kunden zu verlieren, muss das Unternehmen die Energie deutlich unter Einkaufspreis anbieten und dafür Verluste in Kauf nehmen.

"Das Ergebnis 2024 wird nicht so schön, aber es wird positiv sein. Auch im kommenden Jahr werden wir an dem Thema noch zu knabbern haben, wir sind aber insgesamt auf einem positiven Weg", sagte der Vorsitzende der DEW21-Geschäftsführung, Gerhard Holtmeier, im ZfK-Interview.

Revision und Risikomanagement wurden verstärkt

In der aktuellen Pressemitteilung wird nochmals auf die Aufarbeitung dieser Vorkommnisse und die Lehren daraus verwiesen. "DEW21 übernimmt Verantwortung als Energieversorger. Dabei arbeitet das Unternehmen Unregelmäßigkeiten aus der Vergangenheit sorgfältig auf. Für die Zukunft wurden zum Beispiel die zentralen Abteilungen Revision und Risikomanagement gestärkt", heißt es darin.

Die Zusammenarbeit mit Gesellschaftern und dem Aufsichtsrat werde intensiviert. "Mit einem eindeutigen Fokus auf Kund*innennähe, bessere Steuerung und Wirtschaftlichkeit ist DEW21 richtig aufgestellt für die Herausforderungen der kommenden Jahre. Unsere Gesellschafter DSW21 und Westenergie wissen wir als starke Partner fest an unserer Seite", heißt es weiter. Zu den Lehren gehört auch eine Rückbesinnung im Vertrieb auf den Heimatmarkt Dortmund.

Der Austausch mit der Konzernmutter, der Dortmunder Stadtwerke AG (DSW21) solle künftig noch engmaschiger werden. "DSW21 hat volles Vertrauen in eine erfolgreiche Zukunft von DEW21 und hat dieses Vertrauen mit einer Eigenkapitalstärkung auch konkret hinterlegt", sagte Jörg Jacoby, der Vorstandssprecher der DSW21.  

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