Rückwirkend zum 1. Februar hat Powercloud Anfang dieser Woche die Übernahme durch Hansen Technologies bekannt. Der Kaufpreis beläuft sich Medienberichten zufolge auf 30 Mio. Euro, die Transaktion wurde komplett fremdfinanziert. Die Anteile übernahm das Unternehmen von dem Investor General Atlantic und der Karemha Holding.
Der Geschäftsführer der Letzteren ist Marco Beicht, der Powercloud vor 12 Jahren gründete. In einem persönlichen Posting auf der Plattform "LinkedIn" kündigte er seinen Abschied als Gesellschafter und Beiratsvorsitzender an. Seinem, nunmehr ehemaligen, Unternehmen traut Beicht viel zu: "Powercloud wird noch viel erreichen und die Energiewirtschaft nachhaltig verändern."
Powercloud positioniert sich als führenden SaaS (Software as a Service)-Anbieter in der Energiewirtschaft. Nach eigenen Angaben wickelt das Unternehmen über die 2021 gegründete Abrechnungsplattform rund 10 Millionen Endkundenverträge mit circa 11 Milliarden Euro Umsatz ab. Weitere 10 Millionen Verträge befinden sich laut Powercloud in der Migration. Aus diesem Grund habe Hansen Technologies "keine unmittelbaren Pläne, die bestehenden Kundenbeziehungen zu ändern", hieß es dazu auf ZfK-Anfrage aus Achern.
TAP kommt voran
Eines der zentralen Projekte des Unternehmens aus dem baden-württembergischen Achern ist die Abrechnungsplattform der Thüga (TAP). Von dessen Potenzial sei Hansen Technologies "begeistert". Auch due Stadtwerkegruppe Thüga zeigt sich zuversichtlich. Die Zusammenarbeit mit Powercloud sei in der Vergangenheit sehr gut und fruchtbar gewesen. "Wir erwarten und gehen davon aus, dass das auch in Zukunft so bleiben und die Übernahme durch Hansen Technologies keine negativen Auswirkungen auf unser TAP-Projekt haben wird", so ein Thüga-Sprecher zu der ZfK.
Keine Veränderungen werde es auch auf der Geschäftsführungsebene, erläuterte die Powercloud-Sprecherin. Hansen Technologies sei "beeindruckt" von dem Powercloud-Managementteam. Mit John May schicken die Australier nun ihren ranghöchsten Manager, um mit dem Powercloud-Team zusammenzuarbeiten und "bei der Integration unserer jeweiligen Unternehmen zu helfen", hieß es dazu. (am)



