Die Diskussion über eine Laufzeitverlängerung von Energiepreisbremsen sowie eine frühere Rückkehr der vollen Mehrwertsteuer auf Gas und Wärme sorgen für Unmut in der Energiebranche. Jetzt melden sich auch die Stadtwerke Osnabrück zu Wort und bemängeln fehlende Planungssicherheit.
Eine vorschnelle Rücknahme der Entlastungen würde die Kunden noch weiter verunsichern, erläuterte Daniel Waschow, Vorstandsvorsitzender der Stadtwerke Osnabrück auf Anfrage. „Ein weiteres Hin und Her im Hauruckverfahren können wir uns nicht erlauben.“ Ein "weiteres Rumgeeiere" führe nur zu Unsicherheit auf allen Seiten.
Entgegen den ursprünglichen Plänen der Bundesregierung sollen die Energiepreisbremsen bis in das Frühjahr bestehen, anstatt Ende des Jahres auszulaufen. Außerdem ist ein früheres Aus für die ermäßigte Mehrwertsteuer auf Gas und Wärme vorgesehen.
Viele Versorger stellte die Umstellung der Abrechnungen innerhalb kurzer Zeit vor enorme technische Herausforderungen. Die Umsetzung der Preisbremsen bei der Vielzahl von Tarifen und Einzelfällen gestaltete sich hochkomplex.
Breite Front gegen die Veränderungen der Regel
Für Waschow sei die Energiekrise keineswegs überstanden, sagte er zu ZfK weiter. Es sei daher umso wichtiger, mit verlässlichen Maßnahmen den Preisschwankungen auf den Märkten zu begegnen und sowohl den Kunden als auch den Energieversorgern Planungssicherheit zu garantieren. Mit den Forderungen steht Osnabrück nicht allein da.
„Das sehen im Übrigen nicht nur wir so, sondern auch unsere Verbände und somit die gesamte Energiebranche.“ So warnte beispielsweise der Chef der Stadtwerke Münster, Sebastian Jurczyk, vor erneuter Überlastung der IT und des Kundenservice. Die vom Bundeswirtschaftsminister Robert Habeck (Grüne) bestätigten Ampel-Vorhaben zur vorzeitigen Umsatzsteuersenkung auf Gas hatte zuletzt Ingbert Liebing, VKU-Hauptgeschäftsführer, beim VKU-Stadtwerkekongress kritisiert. (am)



