Mit Prowatt verabschiedet sich der nächste Gasanbieter aus dem Markt. Wie die ZfK erfuhr, stellt das Leipziger Unternehmen am 15. Juni seine Geschäftstätigkeit ein. Andernfalls wäre eine Insolvenz unvermeidlich, hieß es.
Eine Mitarbeiterin des Unternehmens bestätigte der ZfK den Vorgang. Sie nannte die Folgen des Ukraine-Kriegs für die Beschaffung als Grund. Wie viele Kunden vom Lieferende Mitte Juni betroffen sind, verriet sie nicht. Eine schriftliche ZfK-Anfrage blieb bislang unbeantwortet.
Prowatt: Tarife für Privat- und Gewerbekunden
Auf seiner Homepage warb Prowatt am Mittwochnachmittag noch als unabhängiger und bundesweit agierender Gasanbieter. Beworben wurden etwa Tarife für Privat-, Gewerbe- und Immobilienkunden. Konkrete Angebote ließen sich aber nicht mehr erstellen.
"Aufgrund der dramatischen Lage in der Ukraine, der weitreichenden Sanktionen gegen Russland und der sich stündlich ändernden Beschaffungskosten hat sich die Prowatt GmbH entschieden, den Vertrieb von Prowatt-Produkten mit sofortiger Wirkung einzustellen", hieß es stattdessen.
Optimierung am Spotmarkt
Auf seiner Website schrieb Prowatt, dass es unabhängig von historisch gewachsenen Verträgen mit Mindestabnahmemengen agiere sowie flexibel und die Gasbeschaffung am Spotmarkt optimiere. Die somit erzielten Preisvorteile würden an die Kunden weiter gegeben.
Tatsächlich aber kamen in den vergangenen Monaten insbesondere Versorger in finanzielle Nöte, die überwiegend kurzfristig beschafften und deshalb besonders von extrem gestiegenen Preisen an den Energiemärkten betroffen waren.
Zahl der Geschäftsaufgaben rückläufig
Im Vergleich zum letzten Quartal 2021 war die Zahl der Geschäftsaufgaben im Strom- und Gaskundenbereich bislang stark rückläufig. Bis Mitte Mai hatten lediglich drei Versorger der Bundesnetzagentur mitgeteilt, ihre Energielieferung für Haushaltskunden einzustellen. (Die ZfK berichtete.) (aba)



