Die Energie- und Wärmewende klappt nicht ohne genügend Fachhandwerker.

Die Energie- und Wärmewende klappt nicht ohne genügend Fachhandwerker.

Bild: © Reinhard Tiburzy/AdobeStock

Der Anbieter von Photovoltaik-Lösungen Eigensonne hat das Insolvenzverfahren erfolgreich durchlaufen: AMIA Energy übernimmt den Geschäftsbetrieb und alle rund 240 Mitarbeiter mit sofortiger Wirkung. Die Verträge seien in der vergangenen Woche unterzeichnet worden, der Gläubigerausschuss habe der Transaktion zugestimmt, teilte Insolvenzverwalter Florian Linkert von der Restrukturierungskanzlei BBL mit. Es handelt sich um einen Asset-Deal, womit Eigensonne wirtschaftlich vom vorherigen Eigentümer EWE komplett an AMIA übergeht.

Damit ist das Berliner Start-up vorerst gerettet und eine Zerschlagung des Unternehmens abgewendet. Ende 2023 hatte sich die Tochter des kommunalen Versorgers EWE für zahlungsunfähig erklärt. Das Insolvenzverfahren war im April 2024 eröffent worden. Eigensonne war 2017 gegründet worden und hat mit rund 400 Mitarbeitern deutschlandweit Photovoltaikanlagen verkauft, vermietet und selbst montiert.

Ergänzung um digitalen Vertrieb

Der neue Investor AMIA Energy vertreibt bundesweit PV-Anlagen, Speicher und Wallboxen an private und gewerbliche Kunden. Gründer des Unternehmens mit Sitz in Berlin ist Hans-Martin Rüter, der zuvor unter anderem Vorstand des Photovoltaik-Herstellers Conergy war. Eigensonne hingegen vertreibt PV-Anlagen ausschließlich an Privatkunden und setzt dabei einen besonderen Schwerpunkt auf den digitalen Vertrieb.

"Während AMIA mit ihrem Außendienst Kunden regional und persönlich betreut, ergänzt der Digitalvertrieb von Eigensonne die Kundenansprache ideal", erklärte AMIA Energy-Geschäftsführer Stefan Heyn. "Unsere Kunden können jetzt also entscheiden, ob sie bequem digital oder persönlich vor Ort betreut werden möchten."

Nachfrage brach ein

Eigensonne ist nur eines von mehreren PV-Unternehmen, die innerhalb der letzten zwei Jahre insolvent gegangen sind. So durchläuft etwa auch die Leipziger Solaranlagenbau-Firma Envoltec derzeit ein Insolvenzverfahren. Wegen des PV-Booms während der Energiekrise hatten viele Anbieter große Installationskapazitäten und Lagerbestände aufgebaut. Im vergangenen Jahr brach jedoch die Nachfrage bei Kleinanlagen von 5 bis 15 kW Leistung stark ein, was einigen Unternehmen nun das Genick brach.

Unklar ist derzeit noch, wie es mit Gewährleistung und Garantien von Eigensonne-Kunden aussieht. Wer die alte Eigensonne-Website aufruft, wird bereits auf die Homepage von AMIA Energy weitergeleitet. (jk)

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