Das Bundeswirtschaftsministerium hatte Anfang April mitgeteilt, dass Hausbauer ab dem 20. April neue Anträge für eine staatliche Förderung energiesparender Neubauten stellen können.

Das Bundeswirtschaftsministerium hatte Anfang April mitgeteilt, dass Hausbauer ab dem 20. April neue Anträge für eine staatliche Förderung energiesparender Neubauten stellen können.

Bild: © Bill Mead/Unsplash

Das Berliner Solar-Startup Eigensonne hat Insolvenz angemeldet. Ein entsprechendes Verfahren ist am Amtsgericht Charlottenburg eröffnet worden, wie aus einer Bekanntmachung des Gerichts hervorgeht. Zum vorläufigen Insolvenzverwalter ist der Berliner Rechtsanwalt Florian Linkert bestellt worden.

Das Startup Eigensonne bietet Photovoltaik-Dachanlagen zum Kauf und zur Miete an. Das Unternehmen mit über 400 Mitarbeitenden hatte sich mehr Transparenz im Handel mit PV-Anlagen auf die Fahnen geschrieben und den gesamten Vertriebsprozess schon früh digitalisiert. Bereits seit 2017 ist die Ausgründung des Oldenburger Energieversorgers EWE am Markt.

Suche nach Investoren

Wie aus den Jahresabschlüssen hervorgeht, verzeichneten Eigensonne in den vergangenen Jahren jedoch stets Verluste in Millionenhöhe. So betrug der Jahresfehlbetrag im Geschäftsjahr 2021 rund 13,1 Mio. Euro. Zuletzt suchte Eigensonne deshalb nach Investoren und Käufern.

"Zusammen mit den Mitgesellschaftern bedauern wir, dass Eigensonne die erhofften Entwicklungsschritte nicht erreichen konnte und nun Insolvenz beantragen musste", sagte ein EWE-Sprecher der ZfK. Die gesellschafterseitig unterstützten Sanierungsbemühungen hätten diesen Schritt nicht verhindern können. "Wie viele Neugründungen auch, konnte das Unternehmen am Ende trotz zeitweiser deutlicher Erhöhung der Umsätze nicht die erforderliche Reife in einem kompetitiven Wachstumsmarkt erreichen."

Umfeld spürbar verschlechtert

Dazu haben offenbar auch die gestörten Lieferketten infolge der Covid19-Pandemie beigetragen. Eigensonne fehlte es an Anlagen und Material. Zudem hätten Pandemie und die Energiekrise die Kundinnen und Kunden verunsichert, heißt es. Das politische und wirtschaftliche Umfeld für private Investitionen in erneuerbare Lösungen habe sich spürbar verschlechtert.

Für den Mehrheitseigentümer EWE hat die Pleite des Tochterunternehmens auch finanzielle Konsequenzen. Das über die Jahre investierte Kapital muss vollständig abgeschrieben werden. Ob das Geschäftsmodell von Eigensonne ganz oder teilweise erhalten werden kann, ist zum jetzigen Zeitpunkt noch offen.

Rettungsaktion für Kunden

Für das PV-Geschäft des kommunalen Versorgers soll die Eigensonne-Insolvenz aber keine Auswirkungen haben. "In seinem Kernmarkt im Nordwesten sowie in Teilen Brandenburgs und auf Rügen hat EWE stets selbst integrierte Lösungen rund um Photovoltaik, Heimspeicher, Wallboxen und Wärmepumpen angeboten und wird dies auch weiterhin für Kundinnen und Kunden tun", so der Unternehmenssprecher.

Auch für die Kundinnen und Kunden von Eigensonne gibt es möglicherweise Hoffnung. So kündigte Stefan Arnold, Geschäftsführer des Mitbewerbers Calosol, im Fachmagazin "PV-Magazin" an, "eine Rettungsaktion für Eigensonne-Kunden starten" zu wollen. Den Käufern einer Eigensonne-PV-Anlage wolle das Unternehmen die Anlage mit gleichwertigen Komponenten zu dem von Eigensonne im Kaufvertrag vereinbarten Preis und unabhängig von der Region bauen. (jk)

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