Während einige Wettbewerber bereits unterjährige Preiserhöhungen angekündigt haben, gehen die Stadtwerke Böblingen (Baden-Württemberg) einen anderen Weg. Sie sichern ihren Strom- und Gaskunden im Privat- und Gewerbebereich eine Preisgarantie zu.
"Unsere Kund:innen haben bis Ende 2022 keine Preiserhöhungen zu erwarten", teilt Vertriebschef Frank Behrend in einer Presseaussendung mit. Im Gegenteil: "Sobald die EEG-Umlage [...] abgeschafft wird, geben wir diese Preisreduzierung selbstverständlich an unsere Kund:innen weiter – so fordert es auch der Gesetzgeber."
Stadtwerke sind nicht Grundversorger
Ihr Neukundengeschäft setzen die Stadtwerke dagegen mit Verweis auf das hohe Preisniveau im Großhandel weiterhin aus.
Die Böblinger dürften sich mit der Beschaffung auch deshalb leichter tun, weil sie in ihrer Stadt weder im Strom- noch im Gasbereich Grundversorger sind, Kunden anderer Wettbewerber also nicht aufnehmen müssen. Diese Rolle fällt dem Energiekonzern EnBW zu.
Mühlacker erhöht für Strom-Bestandskunden
Mehr zahlen müssen vom 1. Juni an Strom-Bestandskunden der Stadtwerke Mühlacker (Baden-Württemberg). Einen Monat vor der geplanten Absenkung der EEG-Umlage erhöhen sie den Arbeitspreis um 3,54 Cent pro kWh. Ein Durchschnittshaushalt zahlt dann 35,97 Cent pro kWh Strom.
Die Stadtwerke Mühlacker sind Strom- und Gas-Grundversorger in ihrer Kommune. Sie haben zudem gesonderte Grundversorgungstarife für Neukunden eingeführt. So zahlen Neukunden, die nach dem 11. März in die Grundversorgung gekommen sind, derzeit 69,43 Cent pro kWh.
Preisaufschlag in Oberhausen
Die Energieversorgung Oberhausen erhöht ebenso ihre Preise zum 1. Juni und zwar bei Strom und Gas gleichermaßen. Bei Strom sind es 2,38 Cent pro kWh mehr, bei Gas 1,79 Cent pro kWh.
Die Begründung hier: "Die stark gestiegenen Beschaffungskosten lassen sich auch durch langfristige Beschaffungsoptimierungen nicht mehr vollständig auffangen."
"Wir mussten teuer dazukaufen"
Auch die Stadtwerke Steinfurt (Nordrhein-Westfalen) planen offenbar eine Preiserhöhung – hier allerdings nur im Erdgasbereich. Bislang seien die Kunden des örtlichen Grundversorgers von Preisaufschlägen verschont worden, heißt es in der "Münsterschen Zeitung". "Allerdings werden wir mittelfristig deutlich erhöhen müssen", wird Geschäftsführer Rolf Echelmeyer zitiert.
Als Hauptgrund werden Neukunden genannt, die durch Insolvenzen und Lieferstopps anderer Mitbewerber in die Grundversorgung gekommen seien. In der Folge reichten die georderten Kontingente nicht mehr aus. "Wir mussten teuer dazukaufen."
Preisrunden bei großen Versorgern
Vergangene Woche hatten unter anderem der deutsche Regionalversorger EnviaM sowie die Stadtwerke Osnabrück, Bonn und Sigmaringen ihre Preise anzuziehen. Zudem hatte Marktführer Eon seine Kunden auf deutliche Verteuerungen bei Strom und Gas vorbereitet. (aba)



