Bleiben oder gehen? Viele Kunden haben während der Energiepreiskrise überlegt, den Versorger zu wechseln.

Bleiben oder gehen? Viele Kunden haben während der Energiepreiskrise überlegt, den Versorger zu wechseln.

Bild: © ChayTee/AdobeStock

Von Pauline Faust

Für die Grundversorgung im kommenden Jahr bilden sich erste Trends ab. Viele Versorger haben ihre Preisanpassungen für das neue Jahr aber noch nicht veröffentlicht.

Der Energiedienstleister Enet hat eine Auswertung zu den Grundversorgungstarifen 2025 veröffentlicht. Von 828 Grundversorgern haben demnach bisher 227 ihre Stromtarife für das kommende Jahr veröffentlicht, während 167 von 717 Versorgern ihre Gastarife bereitgestellt haben.

Enet betont, dass die genannten Zahlen noch mit Vorsicht zu genießen sind. Zum einen sei die Gebietsabdeckung der erfassten Grundversorger noch vergleichsweise gering, zum anderen dominiert ein großer Versorger besonders im Gas den Preisschnitt. Die Zahlen bezögen sich zudem nur auf neu veröffentlichte Preisstellungen zu Januar 2025 und bilden nicht den Schnitt der gesamten Bundesrepublik ab.

Haushalte im Standardlastprofil (SLP) profitieren bei Strom von einem durchschnittlichen Preisrückgang von 8,5 Prozent, zahlen jedoch bei Gas durchschnittlich über 10 Prozent mehr.

Ein Grund: Auf den Gasmärkten herrscht weiterhin Verunsicherung wie Joachim Endress von Ganexo in seiner Gas-Kolumne auf zfk.de erklärt.

Langfristbeschaffung beschäftigt viele Grundversorger

Ein Versorger, der aktuell seine Preise angepasst hat, sind die Stadtwerke Duisburg. Dort steigen die Preise sowohl beim Gas, als auch beim Strom. Hintergrund seien neben höheren gesetzlichen Umlagen beim Strom sowie gestiegenen Netzentgelten beim Erdgas die hohen Energiepreise aus dem Jahr 2022 hieß es in einer Mitteilung.

"Wir kaufen die Energiemengen verteilt und bis zu drei Jahre im Voraus ein. In Folge des russischen Krieges gegen die Ukraine sind die Energiepreise auf Rekordhöhen gestiegen und liegen seitdem auf einem insgesamt höheren Niveau", sagt Christian Theves, Abteilungsleiter Privatkundenvertrieb bei den Stadtwerken Duisburg. Ähnliches hört die ZfK derzeit von anderen Unternehmen aus der Branche.

Dies führte zu gestiegenen Beschaffungskosten, welche sich nun im Jahr 2025 auf Preise für Strom und Gas auswirkten. Für die folgenden Jahre rechnen die Stadtwerke Duisburg wieder mit günstigeren Energiepreisen. Ab 2025 beträgt der Arbeitspreis beim Strom 42,97 ct/kWh, beim Erdgas 16,34 ct/kWh. 

Gewerbetarife sinken

Aus den Enet-Daten ergeben sich zudem gute Nachrichten für Gewerbekunden (SLP), diese erleben durchgehend Entlastungen bei Strom (-12,7 Prozent) und Gas (-8,4 Prozent).

"Der scheinbare Widerspruch, dass Gewerbebetriebe im Gas entlastet werden, erklärt sich nach kurzer Recherche zum einen durch die Preisgestaltung von Eon und durch gestiegene Grundpreise", erklärt Alexander Moll, Leiter der Enet-Unternehmenskommunikation. "Diese werden von vielen Versorgern 2025 angehoben, wodurch geringe Verbräuche (Privathaushalte) stärker belastet werden. Leichte Preissenkungen in den Arbeitspreisen entfalten ihre Wirkung dagegen erst bei hohen Gasabnahmen."

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