Dirk Thole übernahm die Geschäftsführung der Stadtwerke Flensburg im März 2023.

Dirk Thole übernahm die Geschäftsführung der Stadtwerke Flensburg im März 2023.

Bild: © Andreas Grosse

Die Stadtwerke Flensburg verloren bundesweit mehr als 50.000 Kunden als sie in der Energiekrise die Strompreise empfindlich erhöhen mussten. Beim Vergleichsportal Verivox landet das Küstenstadtwerk immerhin unter den ersten 50 Versorgern (Stromtarif "Flensburg eXtra" für 2.500 kWh-Verbrauch: Arbeitspreis: 33,12 Ct/kWh, Grundpreis: 8,45 €/Monat, 12 Monate Vertragslaufzeit). Die Aufholjagd im überregionalem Vertrieb laufe gut, berichtet der Geschäftsführer Dirk Thole im Interview.

Herr Thole, wie schätzen Sie allgemein die Wettbewerbsfähigkeit Ihrer Preise im Energievertrieb ein?

Die Stadtwerke Flensburg sind mit Erdgas und Strom bei Privat- und Geschäftskunden bundesweit seit fast einem Vierteljahrhundert aktiv und am Markt gut etabliert. Preislich sind wir aktuell gut aufgestellt und freuen uns über ein sehr hohes Kundenwachstum sowohl bei Strom als auch bei Erdgas.

Wie ist die Wettbewerbssituation im regionalen Vertrieb? Wie wettbewerbsfähig sind ihre Preise und welche Beschaffungsstrategie liegt hier zugrunde?

Auch hier sind wir gut unterwegs. Mehr als 90 Prozent aller Haushalte der Region sind Fernwärme-Kunden der Stadtwerke Flensburg, und auch beim Strom halten uns viele Kunden die Treue. Als regionales Stadtwerk leisten wir neben attraktiven Produktangeboten auch viel für die Lebensqualität vor Ort. Das honorieren unsere Kunden.

Wir beschaffen auf Basis einer strukturierten Beschaffungsstrategie. Ziel sind wettbewerbsfähige Einkaufspreise bei gleichzeitiger Risikominimierung. Hier ist es wichtig, die richtige Balance aus Chancenorientierung und Risikominimierung zu treffen.

Konnten Sie aus der Kundenschwemme in die Grundversorgung während der Energiekrise Kunden in Sonderverträge übernehmen?

Von einer Kundenschwemme in der Energiekrise können wir in Flensburg eher nicht sprechen. Wir hatten und haben eine sehr gute Kundenbindung und wenig Verluste vor Ort, sodass das Potenzial für Kundenrückgewinne gar nicht so groß war.

Wie relevant ist der überregionale Vertrieb für Sie?

Das ist ein wichtiges Standbein für die Stadtwerke Flensburg. Wir waren mit einem anderen Wettbewerber zusammen der erste Anbieter, der bundesweit Strom angeboten hat. Das machen wir jetzt schon viele Jahre und würden das sicher nicht tun, wenn es sich unterm Strich nicht rechnen würde.

Wir haben unseren Vertrieb, den Kundenservice, die Beschaffung und die grundlegende IT auf dieses externe Geschäft ausgerichtet. In der IT werden wir demnächst als einer der Ersten auf ein neues, zukunftsgerichtetes System umstellen, um auf die Bedürfnisse und Wünsche unserer Kunden noch besser und schneller eingehen zu können.

Und wie entwickelt sich der überregionale Vertrieb derzeit?

Wie erwähnt, freuen wir uns über hohe Kundengewinne außerhalb Flensburgs. Wir liegen im zweistelligen prozentualen Bereich über unseren Planzahlen und sehen, dass der Wettbewerb wieder Fahrt aufgenommen hat.

Sowohl bei Strom als auch bei Erdgas wollen wir den Kundenbestand mittelfristig und nachhaltig wirtschaftlich auf das Niveau vor der Energiekrise entwickeln – derzeit gehen wir fest davon aus, dieses Ziel erreichen zu können.

Das Interview führte Pauline Faust.

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