Der Netzbetreiber Stromnetz Hamburg hat im abgelaufenen Jahr ein Geschäftsfergebnis von 93,4 Mio. Euro (Vorjahr: 91,9 Mio. Euro) eingefahren. Davon führt das Unternehmen einen Gewinn nach Steuern von 92,3 Mio. Euro an die Hamburg Energienetze ab. Damit stieg der Jahresüberschuss gegenüber dem Vorjahr um 1,5 Prozent, wie das Unternehmen mitteilt.
Des weiteren flossen Ausgaben von insgesamt 347,1 Mio. Euro in den Erhalt und den Ausbau der Netzinfrastruktur und der Messeinrichtungen. Die reinen Investitionen in den Anlagebestand legten 2020 mit 228 Mio. Euro (Vorjahr: 222 Mio. Euro) nochmals zu. Sie haben sich damit im Vergleich zu 2016 (117 Mio. Euro) nahezu verdoppelt.
Zweiter Nachhaltigkeitsbericht
"Die städtische Stromnetzgesellschaft verteilt den Strom in Hamburg und ist gleichzeitig ein Innovationstreiber für die Energiewende. Sie unterstützt die Stadt bei der Umsetzung ihrer Klimaziele und führt gleichzeitig Gewinne an die Stadt ab", betonte Jens Kerstan (Grüne), Senator für Umwelt und Energie. Das Unternehmen plane, bereits im Jahr 2025 klimaneutral zu sein.
Neben dem fünften Geschäftsbericht hat der Netzbetreiber daher auch den zweiten Nachhaltigkeitsbericht veröffentlicht. Dieser richtet sich nach den Kriterien des Deutschen Nachhaltigkeitskodex. Kerstan nannte den Kodex "ambitioniert". Ein wichtiger Baustein sei unter anderem der Ausbau der Elektromobilität.
Quartiersprojekt Eilbek
So ermöglicht das IT-Backend (eRound) von Stromnetz Hamburg Flottenbetreibern die Umstellung auf elektrische Busse mit einem Last- und Lademanagement. ERound hilft Flotten-Anwendern, den eigenen Betriebshof zu planen und zu steuern. Die ZfK berichtete.
Neue Wege der Quartierssanierung werden außerdem erstmals in Hamburg-Eilbek beschritten, um den knappen Ressourcen im Tiefbau zu begegnen und die hochgesteckten Modernisierungsbestrebungen einhalten zu können. In Eilbek werden die 10- und 0,4-kV-Netze restrukturiert, die erforderlichen Netzstationen saniert sowie das Fernsteuerungskonzept, zur schnellen Wiedereinschaltung bei Störungsfällen, umgesetzt.
Absatzrückgänge bei Großkunden
"Mit einer Gewinnabführung in Höhe von 92,3 Mio. Euro an die Freie und Hansestadt Hamburg leisten wir auch in diesem Jahr wieder einen bedeutsamen Beitrag für den städtischen Haushalt", erklärte Karin Pfäffle, Geschäftsführerin, Stromnetz Hamburg. Die Corona-Pandemie habe sich vor allem bei den Industrie- und Gewerbekunden gezeigt.
Hier seien die Absätze zurückgegangen. Dem stehen leichte Absatzsteigerungen bei Haushaltskunden gegenüber. Insgesamt hat Stromnetz Hamburg einen Rückgang der Erlöse aus Netznutzung im Geschäftsjahr 2020 zu verzeichnen. Mit 9,5 Minuten durchschnittlicher Störungsdauer pro Kunden und Jahr (Vorjahr: 9,2) sei man zufrieden.
Intelligentes Netz
"Die Weiterentwicklung unseres Netzes hat auch künftig erste Priorität. Ein intelligentes und leistungsstarkes Stromnetz ist Voraussetzung dafür, dass Hamburg ein attraktiver Standort für alle Sparten ist und bleibt", ergänzte Thomas Volk, Geschäftsführer, Stromnetz Hamburg.
Ab Oktober 2021 wird der Verteilnetzbetreiber zudem vermehrt Netzengpässe durch Redispatch-Maßnahmen (Redispatch 2.0) kostenoptimiert beheben. Dabei sollen Erzeugungsanlagen ab einer Leistung von 100 kW in die Stabilisierung es Stromnetzes einbezogen werden. Diese Aufgabe fiel bisher ausschließlich dem Übertragungsnetzbetreiber zu. (jk)
Lesen Sie auch: Förderzusagen für Hamburger Großprojekt zur Sektorenkopplung



