Die Technischen Werke Naumburg (TWN) erhalten einen Kredit über drei Mio. Euro von ihrer Muttergesellschaft, der Kurbetriebsgesellschaft Naumburg/ Bad Kösen. Damit soll das Defizit im Jahresabschluss 2021 der TWN ausgeglichen werden. Der kommunale Versorger bestätigte der ZfK gegenüber einen entsprechenden Bericht des "Naumburger Tageblatt" (Mitteldeutsche Zeitung).
Der Fehlbetrag war nach dem Jahreswechsel bekannt geworden. Als Grund hierfür nannte das Unternehmen die gestiegenen Energiepreise im vergangen Jahr. Nun hat die Stadt Naumburg (Saale, Sachsen-Anhalt) der Kurbetriebsgesellschaft (Kubi) offenbar eine Bürgschaft über die Höhe des Kredites gewährt.
Investitionen wohl nicht betroffen
Den Weg dafür freigemacht hat ein Beschluss des Naumburger Gemeinderates. Auch die Kommunalaufsicht des Kreises habe sich positiv positioniert. Darüber informierten nun die TWN, die Stadt Naumburg und EnviaM. Die Stadt hält 51 Prozent an den Technischen Werken, der Netzbetreiber EnviaM 48 und die Stadtwerke Aachen zwei Prozent.
Der soll Versorger im laufenden Jahr wieder einen positiven Abschluss vorlegen, so Oberbürgermeister Armin Müller (CDU). Ulrich Klose, Geschäftsführer, TWN, versicherte, man habe geplante Investitionen überprüft. "Gemeinschaftsbaumaßnahmen mit der Stadt sind nicht betroffen, andere haben wir teils verschoben. Hausanschlüsse beispielsweise werden zu vereinbarten Konditionen erledigt", so Klose.
Wirtschaftsprüfer soll Ursachen erforschen
Neue Informationen gibt es wohl auch dazu, wie es zur finanziellen Schieflage des Unternehmens kam. EnviaM-Vorstand Andreas Auerbach sagte, dass dafür ausschlaggebend ein "nie dagewesener Preisanstieg" für Gas und Strom im vergangenen Jahr gewesen sei. Der Versorger habe in der Niedrigpreisphase Großverträge abgeschlossen, für diese aber nicht entsprechend eingekauft.
Dafür sei ein teurer Nachkauf fällig geworden. Unter anderem soll nun ein externer Wirtschaftsprüfer herausfinden, wie es dazu kommen konnte. Um personelle Konsequenzen, so Auerbach, ginge es dabei nicht, sondern darum, Fehler aufzuzeigen, um sie künftig zu vermeiden. (jk)



