Wasserdampf steigt in den frühen Morgenstunden aus dem Kühlturm von Datteln 4. Das Steinkohlekraftwerk fuhr im November bislang zu mehr als 70 Prozent auf Volllast.

Wasserdampf steigt in den frühen Morgenstunden aus dem Kühlturm von Datteln 4. Das Steinkohlekraftwerk fuhr im November bislang zu mehr als 70 Prozent auf Volllast.

Bild: © dpa

Der Düsseldorfer Energiekonzern Uniper rechnet im kommenden Jahr mit einem Nettogewinn im Korridor zwischen 1,5 und 1,8 Mrd. Euro. Die bisherige Prognose lag bei maximal 1,5 Mrd. Euro.

Grund dafür war laut Uniper die Auflösung einer Rückstellung, die nach einer beigelegten langjährigen Rechtsstreitigkeit nicht mehr nötig war. Uniper teilt weder den Namen des betroffenen Unternehmens noch die Höhe des Vergleichswertes mit.

Höhere Prognose für 2024

Der um nicht-operative Effekte bereinigte Gewinn vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) soll laut der korrigierten Uniper-Prognose 2024 bei 2,5 bis 2,8 Mrd. Euro liegen. Bisher hatte Uniper mit einem Ebitda zwischen 1,9 bis 2,4 Milliarden gerechnet.

Als Reaktion legte die Uniper-Aktie zeitweise um acht Prozent zu. Allerdings befindet sich weniger als ein Prozent der Aktien im freien Handel: seit 2022 befindet sich der Konzern in staatlicher Hand. Nach dem Lieferstopp der Gasliefermengen von russischem Konzern Gazprom seit Ende August 2022 musste Uniper große Erdgasmengen zu sehr hohen Preisen einkaufen und hatte finanzielle Hilfe nötig.

Ende 2022 hatte Uniper dann ein Schiedsverfahren gegen Gazprom Export eingeleitet. Mitte dieses Jahres hatte ein Schiedsgericht Uniper dann das Recht auf einen milliardenschweren Schadenersatz zugesprochen.

Verstaatlichung 2022

Für den Gaszukauf hatte die Bundesregierung Uniper milliardenschwere Hilfen zugesichert. Die von der EU genehmigten Staatshilfen bis zu 34,5 Milliarden Euro waren an strenge Auflagen geknüpft. In Deutschland musste Uniper etwa das Steinkohlekraftwerk Datteln 4 verkaufen und auch das Fernwärmegeschäft abgeben. Weiter musste Uniper seine Beteiligungen an zwei Erdgas-Pipelines Opal und BBL veräußern.

Über 99 Prozent der Uniper-Aktien gehören aktuell dem Bund. Bis Ende 2028 hat sich die Bundesregierung verpflichtet, gemäß den Auflagen der EU, ihren Anteil auf 25 Prozent plus eine Aktie zu reduzieren. (dpa/am)

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