Der schwedische Konzern Vattenfall gehört mit Eon, EnBW und EWE zu den größten Stromversorgern Deutschlands.

Der schwedische Konzern Vattenfall gehört mit Eon, EnBW und EWE zu den größten Stromversorgern Deutschlands.

Bild: © Jarretera/AdobeStock

Sowohl das Strom- als auch das Wassernetz der Hauptstadt befinden sich bereits in kommunaler Hand. Nun folgt offiziell das Fernwärmenetz. Die Bundeskartellbehörde hat die "beabsichtigte Übernahme des derzeit von der Vattenfall Wärme Berlin AG betriebenen Fernwärmenetzes in Berlin" durch das Land Berlin freigegeben.

"Fusionskontrollrechtlich ist das Vorhaben nicht zu beanstanden. Der Betreiber eines Fernwärmenetzes ist Monopolist in dem jeweiligen Netz. Die Kundinnen und Kunden können, anders als etwa bei der Strom- oder Gasversorgung, nicht auf einen anderen Versorger ausweichen", begründete Andreas Mundt, Präsident des Bundeskartellamtes, die Entscheidung. An dieser Lage ändere sich durch den Eigentümerwechsel nichts, teilte die Behörde in Bonn mit.

Aus Sicht des Bundeskartellamtes bringt die Rekommunalisierung des Fernwärmenetzes keine Verschlechterung der Wettbewerbsbedingungen. Auch für den weiteren Ausbau des Netzes bedeute dieser Schritt keine Verlangsamung.

Ende 2022 startete Vattenfall mit dem Bieterverfahren. 2023 nahm der Energiekonzern exklusive Verhandlungen mit dem Land Berlin auf. Medienberichten zufolge machten die Schweden auch beim Preis Zugeständnisse. Damals nannte Vattenfall die Summe von 1,6 Mrd. Euro als den erwarteten Kaufpreis auf Basis des Eigenkapitalwerts.

Dekarbonisierungsziele Vattenfalls

Im Zuge seiner Dekarbonisierungsstrategie hatte der schwedische Konzern bereits im Mai 2022 den Verkauf des Fernwärmegeschäfts in Berlin mi 1,4 Mio. Haushalten in Betracht gezogen. "Durch einen Verkauf könnten wir finanzielle und personelle Kapazitäten/Ressourcen freisetzen, um uns auf unser weiteres Portfolio und unser Ziel - ein fossilfreies Leben innerhalb einer Generation - zu konzentrieren", erläuterte damals die Konzernchefin Anna Borg. (am)

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