Die Projektpipeline des schwedischen Vattenfall-Konzerns für künftige Power Purchase Agreements (PPAs) ist sehr gut gefüllt: Bereits bis Ende 2026 sind bis zu 28 neue Solarparks in der Planung und könnten über Stromlieferverträge vermarktet werden.
"Wir erleben eine wachsende Dynamik und eine stark steigende Nachfrage nach Strompartnerschaften für unsere Solar- und Windkraftanlagen", berichtet Christine zu Putlitz, die bei Vattenfall die Vermarktung der erneuerbaren Energien leitet.
Verträge liegen zwischen 30 bis 500 Gigawattstunden pro Jahr
Insbesondere für Industriekunden, Stadtwerke oder größere Dienstleister würden Grünstrom und Nachhaltigkeit immer wichtiger. Dies insbesondere mit Blick auf langfristige Kundenbindungen und die Dekarbonisierung von Geschäftsmodellen.
Private Lieferverträge zwischen Vattenfall und Stromabnehmern auf Unternehmensseite bewegen sich laut eigenen Angaben in der Regel in einer Größenordnung zwischen 30 und 500 Gigawattstunden pro Jahr. Die Verträge hätten Laufzeiten zwischen 5 und 15 Jahren.
Vier Gigawatt in der Entwicklung im Solarbereich
So hat der Energiekonzern kürzlich einen 10-jährigen Stromliefervertrag aus dem Agri-PV-Projekt Tützpatz mit nahezu 80 Megawatt (MW) Leistung in Mecklenburg-Vorpommern an den Infrastruktur-Dienstleister der Deutschen-Telekom-Tochter PASM verkauft. Weitere Stromlieferverträge seien aktuell in Vorbereitung.
Im Solarbereich verfüge Vattenfall in Deutschland über insgesamt mehr als 4 Gigawatt in Entwicklung befindlicher Projekte.
Weiterhin investiere das Unternehmen in On- und Offshore-Projekte. In den nächsten Jahren endet bei einigen Wind-Projekten zudem die staatliche EEG-Förderung; der Grünstrom aus diesen Anlagen dürfte damit ebenfalls für PPAs zur Verfügung stehen.
Ausfallrisiken machen PPAs für KMU oft schwierig
Trotz aller Plan- und Kalkulierbarkeit würden langfristige Verträge mit Laufzeiten von bis zu 15 Jahren aber auch Ausfallrisiken für die Energieerzeuger bergen, so zu Pulitz.
Deshalb sei es etwa für kleine und mittlere Unternehmen (KMU) oft schwierig, erneuerbare Energien über Stromabnahmeverträge mit dem Betreiber eines Wind- oder Solarparks zu beziehen.
Was staatliche Kreditgarantien verändern könnten
Die politische Einigung zur EU-Strommarktreform stimmt die Vattenfall-Managerin jedoch optimistisch. "Die Regelungen ermöglichen die Einrichtung vereinfachter staatlicher Kreditgarantien für private Stromlieferverträge durch die Mitgliedsstaaten", erklärt die Vattenfall-Managerin.
Sie wünscht sich, dass dieses Instrument auch in Deutschland eingeführt wird, dies könne dem PPA-Markt weiteren Rückenwind geben.
Laut einer Studie der Deutschen Energieagentur (Dena) könnte das PPA-Volumen in Deutschland bis zum Jahr 2030 auf 192 Terrawattstunden steigen – und damit ein Viertel des gesamten deutschen Strombedarfs decken. (hoe)



