Der Hauptsitz des VNG-Konzerns in Leipzig

Der Hauptsitz des VNG-Konzerns in Leipzig

Bild: © Eric Kemnitz

Die Bundesregierung will auch dem Leipziger Gashändler VNG helfen, sollte er finanzielle Unterstützung benötigen. Wenn es wegen ausbleibender russischer Gaslieferungen eng für das Unternehmen werde, wolle der Bund mit einer Bürgschaft von bis zu zwei Milliarden Euro einspringen, hieß es aus Kreisen des Bundesfinanzministeriums.

Die VNG gilt neben Uniper und Wingas zu den größten deutschen Gasimporteuren. Die Wingas-Mutter Gazprom Germania, nun Sefe, steht seit Anfang April unter der Treuhänderschaft der Bundesnetzagentur und erhielt im Juni eine milliardenschwere Finanzspritze. Uniper beantragte am Freitag Staatshilfen.

Rolle des Landes Baden-Württemberg

Die VNG gehört mehrheitlich dem Energiekonzern EnBW, an dem das Land Baden-Württemberg 46,75 Prozent hält. Die Bundesregierung drang deshalb darauf, dass das Land die Hälfte der Bürgschaft übernimmt. Das habe der baden-württembergische Finanzminster Danyal Bayaz (Grüne) aber abgelehnt, hieß es in den Kreisen.

Um eine Hängepartie in der Krise zu vermeiden, habe der Bund sich dann zu der ganzen Bürgschaft bereiterklärt. Allerdings halte Berlin den Anspruch gegenüber der Landesregierung aufrecht. Zuerst hatte die Ulmer "Südwest Presse" über die Bürgschaft berichtet.

KfW-Kreditlinie von 1 Mrd. Euro

Im Frühjahr bezog die VNG nach eigenen Angaben noch rund ein Fünftel ihres Erdgases über Direktlieferverträge aus Russland. Auch ihre Liefermengen wurden gekürzt, als Gazprom den Gasfluss durch die Ostseepipeline Nord Stream 1 drosselte.

Zuvor hatte die VNG von der staatlichen Förderbank KfW eine Kreditlinie in Höhe von einer Milliarde Euro erhalten. Dies galt jedoch angesichts turbulenter Energiemärkte als "reine Vorsorgemaßnahme". (Die ZfK berichtete.) (dpa/aba)

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