Die Green-City-Gruppe mit Sitz in München hat in den vergangenen Jahren rund 100 Mio. Euro in den Ausbau erneuerbarer Energien in Projekte in Europa investiert.

Die Green-City-Gruppe mit Sitz in München hat in den vergangenen Jahren rund 100 Mio. Euro in den Ausbau erneuerbarer Energien in Projekte in Europa investiert.

Bild: © Ackermann/Green City AG

Drei Konzerngesellschaften des insolventen Erneuerbaren-Projektierers Green City AG haben aufgrund drohender Zahlungsunfähigkeit beim Amtsgericht München jeweils einen Antrag auf Eröffnung eines Insolvenzverfahrens in Eigenverwaltung gestellt. Es sind dies die  Energy Kraftwerkspark II GmbH & Co. KG, die Green City Energy Kraftwerkspark III GmbH & Co. KG sowie die Green City Solarimpuls I GmbH & Co. KG.

Im Rahmen von Eigenverwaltungsverfahren sollen die drei Gesellschaften nun saniert werden, heißt es in einer Pressemitteilung. Das Gericht werde zeitnah über die Insolvenzanträge der Gesellschaften entscheiden und bei Zustimmung einen vorläufigen Sachwalter bestellen.

Insolvenzverwalter strebt Fortführungslösung für Green City AG an

Die drei Konzerngesellschaften der Green City AG wurden zum Zweck der Finanzierung von Erneuerbaren-Energien-Anlagen gegründet und haben Namens- sowie börsennotierte Inhaberschuldverschreibungen mit einem Gesamtvolumen von rund 115 Mio. Euro emittiert. Die Insolvenzen der beiden Kraftwerksparks-Gesellschaften und der Solarimpuls-Gesellschaft hätten keinen unmittelbaren Einfluss auf den Sanierungsprozess der Green City AG, heißt es.

Die Green City AG hatte am 24. Januar einen Insolvenzantrag wegen drohender Zahlungsungfähigkeit und Überschuldung gestellt, drei Tage vorher hatte die Tochtergesellschaft GCE Kraftwerkspark I GmbH Konkurs angemeldet. Ziel des vorläufigen Insolvenzverwalters Axel W. Bierbach ist eine Fortführungslösung für die Green City AG und die bestmögliche Befriedigung aller Gläubiger.

Das operative Geschäft des Mutterkonzerns soll in vollem Umfang aufrechterhalten und alle laufenden Projekte fortgeführt werden, hatte Bierbach bereits vor einigen Wochen erklärt. Auch die kaufmännische und technische Betriebsführung der bereits in Betrieb befindlichen Anlagen in den Bereichen Photovoltaik, Windenergie und Wasserkraft mit insgesamt rund 150 Megawatt (MW) Leistung sei vollumfänglich sichergestellt und laufende Projekte sollen fortgeführt werden.

Laufende Erneuerbarenprojekte werden fortgeführt

Aktuell baut die Green City AG in Deutschland vier Projekte mit insgesamt knapp 40 MW Leistung. Bis März rechnet das Unternehmen mit der Baureife für vier weitere Wind- und Solarkraftwerke mit insgesamt rund 26 MW Leistung. Green City ist Kooperationspartner verschiedener kommunaler Unternehmen. In München betreibt das Unternehmen etwa gemeinsam mit den Stadtwerken München das Praterkraftwerk (ein Laufwasserkraftwerk), mit den Leipziger Stadtwerken kooperieren sie bei PV- und Windkraftprojekten.  

Erst in der vergangenen Woche hatte Green City einen Windpark mit zwei Windenergieanlagen im saarländischen Landkreis Merzig-Wadern erfolgreich ans Netz gebracht. Das Unternehmen hatte den Windpark entwickelt und konnte als Generalunternehmer die Bauarbeiten nun trotz der Insolvenz erfolgreich abschließen.

Insolvenzgeld für Mitarbeiter soll vorfinanziert werden

„Die Inbetriebnahme des Windparks in Merzig ist ein gutes Beispiel dafür, dass die laufenden Projekte auch in der vorläufigen Insolvenzverwaltung der Green City AG fortgeführt und erfolgreich abgeschlossen werden können“, sagte der vorläufige Insolvenzverwalter Axel W. Bierbach,  

Die Löhne und Gehälter der rund 120 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Green City AG sollen über eine Vorfinanzierung des Insolvenzgelds der Bundesagentur für Arbeit bis einschließlich März 2022 gesichert werden. (dpa/hoe)

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