Im Sommer war es noch fast ein Kopf-an-Kopf-Rennen zwischen den beiden größten Windenergie-Vermarktern Deutschlands. Im Winter war der Unterschied dann eindeutig. Der Düsseldorfer Händler Quadra Energy ist auf- und davongezogen und belegt mit nun 8200 Megawatt (MW) mit Abstand Platz eins, wie die neue ZfK-Direktvermarktungsumfrage zeigt. Abgefragt wurden die jeweiligen Werte zum 1. Juli 2023 und 1. Januar 2024.
Der Vorsprung vor dem früheren Technologieführer Statkraft Markets ist mittlerweile auf fast 1700 MW gewachsen. Eine Entwicklung, die sich auch in den anderen beiden großen Segmenten, Photovoltaik und Biomasse, beobachten ließ.
Energy2Markets bleibt Biomasse-Primus
Wer beispielsweise im Sommer noch dachte, dass der aufstrebende Direktvermarkter Next Kraftwerke den Leipziger Biomasse-Primus Energy2Markets bald von Platz eins stoßen könnte, sah sich getäuscht. Auch hier wuchs der Abstand wieder zwischen Rang eins und zwei.
Zwar gab Energy2Markets im Vergleich zum Juli 23 MW ab. Weil die Portfolioverluste des Konkurrenten jedoch mit 57 MW noch größer ausfielen, festigten die Leipziger ihre Spitzenposition. Mit einem Portfolio von unverändert 1000 MW behauptete der Oldenburger Regionalversorger EWE Rang drei.
Wind: MVV macht sechs Plätze gut
Ein ähnliches Bild im Solarsegment, wo Next Kraftwerke Platz eins behält. Die Kölner verloren zwar im Vergleich zum 1. Juli 59 MW, profitierten aber davon, dass das Portfolio des hartnäckigsten Mitbewerbers EnBW um fast 500 MW kleiner ausfiel. Platz drei belegte hier einmal mehr der Hamburger Solarspezialist Sunnic Lighthouse.
Bemerkenswert im Übrigen. Während Nummer eins und zwei im Windsegment unverändert blieben, gab es dahinter einiges an Bewegung. So kletterte die Mannheimer MVV von Platz neun auf drei (4600 MW Stand 1. Januar). Dicht dahinter folgt der Münchner Direktvermarkter Baywa Re (4540 MW). Die frühere Nummer drei EnBW belegt nun Rang fünf (4024 MW).
Erstmals Wasserkraft-Ranking
Dahinter pirschte sich die Getec-Handelstochter Gewi (4000 MW) heran. Gewi passte im vergangenen Jahr augenscheinlich seine Strategie an und stieß sein Biomasse-Portfolio ab. Zumindest ein Großteil der Biomasse-Mengen ging an die Aachener Stadtwerkekooperation Trianel. Im Januar wurde bekannt, dass Getec vom britischen Ölriesen BP übernommen werden soll.
Erstmals rankt die ZfK auch Direktvermarkter im Bereich Wasserkraft. Hier dominieren unter insgesamt 48 Umfrageteilnehmern die Augsburger Lechwerke, die selbst eine Reihe von Wasserkraftanlagen betreiben. Rang zwei geht an EnBW, Rang drei an Uniper. Auch diese beiden Konzerne betreiben selbst Wasserkaftwerke.
Vier Teilnehmer mit Elektrolyseur-Portfolio
Nur vier Umfrageteilnehmer gaben an, Elektrolyseure im Portfolio zu haben. Mit Abstand die größte Kapazität vermarktet demnach Next Kraftwerke (86 MW). Es folgen RWE (14 MW), Quadra Energy (weniger als 10 MW) und der norddeutsche Direktvermarkter ANE (1 MW). (aba)
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