Der Füllstand des Talsperrensystems – im Bild die Listertalsperre – lag am 31. August um gut zwölf Prozent unter dem zum Sommerende üblichen Wert.

Der Füllstand des Talsperrensystems – im Bild die Listertalsperre – lag am 31. August um gut zwölf Prozent unter dem zum Sommerende üblichen Wert.

Bild: © Gursch Ross/Ruhrverband

Das Land NRW hat rund fünf Millionen Euro bewilligt, um Talsperren besser auf einen Blackout vorzubereiten. Das Geld stamme aus dem aktuellen Krisenpaket, sagte ein Sprecher des Düsseldorfer Umweltministeriums.

Laut der Antwort der Regierung auf eine Kleine Anfrage der AfD im Landtag haben die Talsperren im Land bislang sehr unterschiedliche Notstromkapazitäten für einen totalen Stromausfall. Die «Siegener Zeitung» hatte zuvor über das Papier berichtet.

Probleme währen der Flutkatastrophe 2021

NRW ist das Bundesland mit den meisten Talsperren. Der Abgeordnete Andreas Keith (AfD) erinnerte an die Flutkatastrophe im Juli 2021, bei der die vom Wasserversorgungsverband Euskirchen-Swisttal betriebene Steinbachtalsperre nach einer Überflutung der Dammkrone zu brechen drohte.

Der Kreis Euskirchen war in dieser Zeit von Stromausfällen betroffen. Da sich die Stromversorgung an der Steinbachtalsperre zeitweise nicht wiederherstellen ließ, mussten zwei normalerweise elektrisch betriebene Verschlüsse manuell geöffnet werden, um Wasser abzulassen.

Höhe der Mindestabsicherung

Mit der Millionen-Hilfe sollen die Talsperren nun «ihre Notstromversorgung weiter aufbauen und stärken können». Neben größeren Spritlagern könnte das auch durch Stromproduktion aus eigener Wasserkraft passieren.

Wie es in der Regierungsantwort auf die AfD-Anfrage heißt, empfiehlt das Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe für kritische Infrastrukturen eine Mindestabsicherung von 72 Stunden: «Für die Trinkwasserversorgung sollen dabei mindestens 50 Liter Trinkwasser pro Person und Tag bereitgestellt werden können.»

Vorgaben werden teils nicht erfüllt

Wie aus einer Liste in dem Landtagspapier hervor geht, sind allerdings viele Talsperren weit von der 72-Stunden-Notstromkapazität entfernt, wobei nicht alle für die Trinkwasserversorgung relevant sind.

So könnte die Schmalatalsperre laut der Liste zehn Stunden überbrücken, die Staustufe Harkort vier bis sechs Stunden und die Möhnetalsperre 24 Stunden. Die bekannte Biggetalsperre hätte samt ihrer Vorsperren den Angaben zufolge Spritreserven «für mehrere Tage».

Weitere Maßnahmen geplant

«Talsperren unterliegen bereits jetzt höchsten Sicherheitsanforderungen und verfügen über mehrstufige Vorkehrungen auch für den Fall eines Stromausfalls», betonte ein Sprecher des Umweltministeriums. Zusammen mit den Betreibern prüfe die Landesregierung «derzeit darüber hinaus, welche weiteren Maßnahmen sinnvoll und notwendig sein könnten, um die Talsperren für langfristige Stromausfälle zu ertüchtigen».(dpa/hp)

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