Die Großindustrie wird bisher kaum in die Pflicht genommen, obwohl sie für einen großen Teil des Wasserverbrauchs verantwortlich ist. Im Bild eine Maschine, die mit Hochdruckwasserstrahl Metall schneidet.

Die Großindustrie wird bisher kaum in die Pflicht genommen, obwohl sie für einen großen Teil des Wasserverbrauchs verantwortlich ist. Im Bild eine Maschine, die mit Hochdruckwasserstrahl Metall schneidet.

Bild: © littlewolf1989/AdobeStock

Im Jahr 2022 haben die Betriebe in Deutschland rund 12,75 Milliarden Kubikmeter Wasser eingesetzt. Das waren 16,7 Prozent weniger als bei der letzten Erhebung 2019, die im dreijährigen Rhythmus durchgeführt wird. Verglichen mit 2013 – also neun Jahre zuvor – waren es 35,2 Prozent weniger.

Wie das Statistische Bundesamt (Destatis) weiter mitteilt, ging der Wassereinsatz hauptsächlich bei den Energieversorgern zurück. Vor allem durch die Stilllegung dreier Kernkraftwerke wurden in der Energieversorgung im Jahr 2022 rund 2,02 Milliarden Kubikmeter weniger genutzt als bei der vorherigen Erhebung im Jahr 2019.

Die Betriebe der Energieversorgung setzten trotz dieses Rückgangs weiterhin das meiste Wasser von allen Wirtschaftsbereichen ein. Im Jahr 2022 benötigten sie insgesamt 6,59 Milliarden Kubikmeter Wasser. Danach folgte das Verarbeitende Gewerbe mit einem Wassereinsatz von 5,15 Milliarden Kubikmeter.

Innerhalb des Verarbeitenden Gewerbes war insbesondere die Herstellung chemischer Erzeugnisse mit 3,08 Milliarden Kubikmetern Wasser bedeutend, mit deutlichem Abstand gefolgt von der Metallerzeugung und -bearbeitung mit 0,61 Milliarden Kubikmetern.

Die Landwirtschaft nutzte im Jahr 2022 rund 0,48 Milliarden Kubikmeter Wasser. Für Beregnung und Bewässerung wurden 0,42 Milliarden Kubikmeter Wasser eingesetzt, das war eine Steigerung von 10,5 Prozent gegenüber 2019 und von 40 Prozent gegenüber 2013. Damit zeigt sich klar der durch den Klimawandel bedingte Mehrverbrauch der Landwirtschaft.

Wofür das Wasser von den Betrieben genutzt wird

Das Wasser wird von den Betrieben in erster Linie zur Kühlung gebraucht. 10,57 Milliarden Kubikmeter Wasser oder 82,9 Prozent des gesamten Wassereinsatzes der Betriebe wurden im Jahr 2022 in Kühlprozessen verwendet. Weitere 1,76 Milliarden Kubikmeter (13,8 Prozent) dienten der Produktion von Gütern oder wurden von der Belegschaft verwendet.

Im Jahr 2022 haben rund 10.500 Betriebe selbst Wasser aus der Natur gewonnen. Die insgesamt gewonnene Wassermenge belief sich auf 12,84 Milliarden Kubikmeter. Dieses Wasser wurde größtenteils aus Flüssen, Seen und Talsperren (75,6 Prozent) entnommen.

17,0 Prozent stammten aus Grundwasserressourcen. Die restliche Wassermenge (7,4 Prozent) entfiel auf andere Wasserarten, zum Beispiel Uferfiltrat, Quellwasser oder Meer- und Brackwasser.

Destatis befragt im Rahmen der Erhebung über die nichtöffentliche Wasserversorgung im dreijährlichen Rhythmus Betriebe, die im Berichtsjahr mindestens 2000 Kubikmeter Wasser selbst gewinnen oder mindestens 10.000 Kubikmeter Wasser von anderen Betrieben beziehungsweise von öffentlichen Wasserversorgern beziehen.

Die Destatis-Statistik zu "Wasseraufkommen und Verwendung in nichtöffentlichen Betrieben 2013 bis 2022" finden Sie hier, auf der Destatis-Themenseite "Wasserwirtschaft" finden Sie weitere Daten.

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