Eine Studie warnt vor Trinkwasser-Stress durch Rechenzentren. (Symbolbild)

Eine Studie warnt vor Trinkwasser-Stress durch Rechenzentren. (Symbolbild)

Bild: © Roland Weihrauch/dpa

Deutsche Rechenzentren haben im Jahr 2025 rund 13 Milliarden Liter Wasser zur Kühlung verbraucht. Das zeigt eine Kurzstudie des Öko-Instituts, die die Umweltorganisation Greenpeace in Auftrag gegeben hat.

Bis 2030 könnte der Bedarf auf bis zu 27 Milliarden Liter steigen, vor allem durch neue Anlagen mit mehr als 100 Megawatt (MW) Anschlussleistung. Falls die Zahlen stimmen.

Rechenzentrumsbetreiber bleiben Daten schuldig

Denn die Berechnung stützt sich auf das nationale Rechenzentrumsregister: Von rund 1200 meldepflichtigen Betreibern haben laut Studie 484 Daten übermittelt. Nach einer Plausibilitätsprüfung blieben 139 Datensätze auswertbar.

Daraus ermittelten die Autoren einen gewichteten Mittelwert von 0,67 Litern Wasser pro Kilowattstunde (kWh) IT-Stromverbrauch. Jens Gröger, Autor der Studie am Öko-Institut, verweist darauf, dass die Qualität der Meldungen noch deutlich steigen müsse.

Trinkwasserverbrauch von bis zu 20.000 Menschen

Für ein einzelnes Rechenzentrum mit 100 Megawatt schätzt die Studie den Jahresbedarf je nach Kühltechnik auf 200 bis 930 Millionen Liter. Das entspricht dem Trinkwasserverbrauch von 4400 bis 20.000 Menschen. Knapp 30 solcher Vorhaben sind in Deutschland geplant.

"In bereits trockenen Regionen können sie akuten Grundwasserstress, Verteilungskonflikte mit steigenden Belastungen für die Menschen in den betroffenen Gemeinden und Schäden am lokalen Ökosystem verursachen", heißt es in der Studie. Gerade dort, wo Wasser ohnehin knapp ist, wird der Bau damit zur Frage der Prioritäten.

Energieeffizienz nur mit mehr Wasser?

Betreiber argumentieren oft, ein niedriger Stromverbrauch sei nur mit mehr Wasser zu haben. Die Studie widerspricht dem: Zwischen Energieeffizienz, gemessen an der Power-Usage-Effectiveness (PUE), und Wasserverbrauch lasse sich in den Daten kein statistischer Zusammenhang nachweisen. Durch Trocken- oder Kompressionskühlung könne der direkte Wasserverbrauch auf null sinken.

Der Branchenverband der Digitalwirtschaft Bitkom hatte den Wasserbedarf zuvor als weitgehend unproblematisch eingestuft. Fast zwei Drittel der Anlagen verbrauchten nach Verbandsangaben höchstens 0,1 Liter Wasser je Kilowattstunde.

Bundesregierung kennt Wasserbedarf nicht

Betreiber müssen ihren Wasserverbrauch eigentlich bereits seit November 2023 melden. Die Pflicht wird laut Greenpeace jedoch nur lückenhaft erfüllt; fehlende Daten werden nicht systematisch kontrolliert, und verbindliche Obergrenzen fehlen. Die Umweltorganisation fordert Wassergutachten vor Genehmigungen, ein Verbot wasserintensiver Anlagen in Trockengebieten und Sanktionen bei Verstößen.

Die Bundesregierung räumte gegenüber dem Portal "netzpolitik.org" im August 2026 ein, sie wisse nicht, wie viel Wasser die geplanten Anlagen benötigen werden. Wer vor Ort die Wasserbilanz prüft, bevor eine Genehmigung erteilt wird, ist damit offen.

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