Das Energienetz der Zukunft wird teurer als angenommen. Außerdem werden Baumaßnahmen zeitlich nach hinten verschoben. Die Ausbauziele für 2037 sollen jedoch erreicht werden. Das bekräftigten Vertreterinnen und Vertreter der Vereinigung der Fernleitungs-Netzbetreiber (FNB) Gas im Rahmen eines digitalen Pressetermins am 3. März.
Dort stellen sie den ersten Entwurf des Netzentwicklungsplans (NEP) Gas und Wasserstoff 2025 vor. Damit hat nun offiziell der Konsultationsprozess zum aktuellen NEP Gas und Wasserstoff begonnen. Fernleitungs-Netzbetreiber und Wasserstoff-Transportnetzbetreiber sind gesetzlich dazu verpflichtet, den geplanten Netzausbau alle zwei Jahre einem Realitätscheck zu unterziehen und gegebenenfalls nachzubessern.
Kostenplus von fast einem Drittel
Barbara Fischer, Geschäftsführerin des FNB Gas, räumt ein, dass "aufgrund der aktuellen Situation" die Netzentwicklung etwa 30 Prozent mehr kosten wird als in früheren Szenarien angenommen. Zentraler Grund dafür seien gestiegene Material- und Baukosten. Diese seien für die Bundesnetzagentur aber zu antizipieren gewesen. Denn, so Fischer weiter, sie bewegten sich innerhalb der bekannten möglichen Kostenkorridors.
Grundlage des NEP ist der von der Behörde 2025 genehmigte Szenariorahmen. Darin enthalten waren jeweils drei Ausbauszenarien für Methan und Wasserstoff für die Jahre 2037 und 2045 sowie ein zusätzliches Szenario für Methan für das Jahr 2030. Diese seien in den jetzt vorgestellten Netzausbauvorschlag eingeflossen, so FNB Gas.
Kosten von mehr als 27 Milliarden Euro
Der Vorschlag enthält die geplanten Maßnahmen bis zum Jahr 2037. Für Methan umfassen diese 364 Leitungskilometer beziehungsweise Kosten von 2,9 Milliarden Euro. Für Wasserstoff rund 7000 Leitungskilometer sowie etwa 20,1 Milliarden Euro. Zudem bleibe das Wasserstoff-Kernnetz auch nach dieser Überprüfung in "nahezu im bisherigen Umfang erhalten". Der NEP sieht hierfür weitere circa 2200 Leitungskilometer und 4,1 Milliarden Euro vor. Teile des Kernnetzes sind bereits in Betrieb.
Wie Fischer weiter ausführte, sollen einige Maßnahmen "gestreckt" also zeitlich nach hinten verschoben werden – jedoch nicht über das Zieljahr 2037 hinaus. Ein Grund dafür sei, dass bestimmte Leitungen später benötigt würden.
Überarbeiteter Entwurf "voraussichtlich" Mitte 2026
Die abgegebenen Stellungnahmen fließen nach abgeschlossener Konsultation in die weiteren Planungen ein. Die Netzbetreiber werden den Entwurf anschließend überarbeiten und müssen diesen dann erneut durch die Bundesnetzagentur genehmigen lassen – "voraussichtlich Mitte des Jahres 2026". Darin sollen dann auch die Maßnahmen bis 2045 berücksichtigt werden, dem Jahr der angestrebten Klimaneutralität.
Bis zum 27. März können sich alle Interessierten online zu den Plänen äußern. Zuständig ist Koordinierungsstelle für die integrierte Netzentwicklungsplanung Gas und Wasserstoff. Das reformierte Energiewirtschaftsgesetz von 2024 sieht vor, den Netzausbau für Methan und Wasserstoff sowie Strom stärker miteinander zu verzahnen. Den NEP Strom konsultierten die Übertragungsnetzbetreiber im Januar.



