Bundeswirtschaftsministerin Katherina Reiche hat für langfristige Gasverträge plädiert.

Bundeswirtschaftsministerin Katherina Reiche hat für langfristige Gasverträge plädiert.

Bild: © Elisa Schu/dpa

Deutschland bezieht zwar fast kein Erdgas aus dem Mittleren Osten. Doch durch den Krieg im Iran ist Gas weltweit knapper geworden. In dem globalisierten Energiemarkt sind die Gaspreise daher überall angestiegen. Ein Ende des Krieges und damit des Preisanstiegs ist nicht abzusehen.

Bundeswirtschaftsministerin Katherina Reiche (CDU) fordert daher eine weitere Diversifizierung beim Gasimport und langfristige Gaslieferverträge, um die Energiesicherheit Europas künftig sicherzustellen. Denn nur so könne sich der europäische Markt vor hohen Preisen am Spotmarkt schützen.

LNG aus aller Welt

Reiche verwies auch auf eine Ankündigung des seit 2022 verstaatlichten Energieunternehmens Sefe: Durch einen offenen Flüssiggas-Tender im Zeitraum 2027 bis 2036 will das Unternehmen Europas Gasversorgung stärken. Sefe ist einer der wichtigsten Strom- und Gaslieferanten von Industriekunden in Europa und beliefert auch Stadtwerke.

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Die LNG-Ladungen sollen überwiegend nach Nordwesteuropa gehen, nämlich nach Deutschland, Belgien, Frankreich und in die Niederlande. Sie seien nicht für Ziele außerhalb von Europa bestimmt.

Außerdem plädierte die Wirtschaftsministerin für die Erweiterung von Pipeline‑Gaslieferungen aus Algerien und Aserbaidschan. Sie forderte Importeure dazu auf, bestehende Verträge aufzustocken – wie zum Beispiel den Energiekonzern VNG aus Leipzig: Dieser habe bereits angekündigt, die Geschäftsbeziehungen zu algerischen Gaslieferanten auszubauen.

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Zweifel an europäischer Methanverordung

Kritik übte Reiche in dem Zusammenhang an der EU-Methanverordnung. Diese könne Export und Import von LNG nach Europa behindern. Daher forderte die Ministerin bei der Umsetzung in nationales Recht eine "realistische Auslegung" und eine "pragmatische Umsetzung".  Zudem solle bei der Sanktionierung von Verstößen mit "Augenmaß" vorgegangen werden. Dazu seien auch Gespräche mit dem Bundesumweltministerium angesetzt. 

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