Fachgespräch in der Ausstellung

Fachgespräch in der Ausstellung

Bild: © EW Medien und Kongresse GmbH

Von:
Simon Traschinsky
Marketing Manager
Power Plus Communications

Nach dem Inkrafttreten des GNDEW ist die Zeit der Rechtsunsicherheit vorbei und der Rollout startet in 2023 durch. Und so prägte viel Elan die ZMP und ihre 500 Teilnehmer, zumal wenige Tage zuvor die BNetzA die Konsultation zur Ausgestaltung des §14a gestartet hatte. Entsprechend standen die Möglichkeiten zur markt- und netzorientierten Steuerung beim Endkunden im Fokus der Diskussionen – sowohl auf dem Podium als auch in den Pausen.

Bereits in den Key-Notes und ersten Diskussionsrunden wurde klar, dass alle Beteiligten der Beschleunigung der Digitalisierung der Energiewende eine hohe Priorität zuweisen. Bisher sind laut FNN über 400.000 Smart Meter Gateways installiert worden. Allein E.ON Grid Solutions (EGS) hat nach Aussage von EGS Geschäftsführer Malte Sunderkötter bereits über 200.000 iMSys in Betrieb.

Große Vereinfachungen bei der sicheren Lieferkette und im Eichrecht

BMWK (Friedemann Scholten) und BSI (Dennis Laupichler) unterstützen die dynamische Entwicklung mit wichtigen Signalen. Wie angekündigt, soll die sichere Lieferkette für den Hersteller zukünftig beim Messstellenbetreiber (MSB) enden und dieser wird dann die Verantwortung bis zum Einbau übernehmen. Entsprechend wird das Information Security Management System (ISMS) des MSB und die Eigensicherheit der SMGW zukünftig im Fokus der Nachweise einer sicheren Logistik auf der letzten Meile stehen. Gleichzeitig bleiben die bisher zertifizierten Silke-Systeme bis zu Konkretisierung der Maßnahmen zur Vereinfachung weiter im Einsatz.

Auch zur im Kontext GNDEW angestoßenen Novelle des Eichrecht gibt es News. Der Entwurf zur „Vierte Verordnung zur Änderung der Mess- und Eichverordnung“ wurde am 21.6. veröffentlicht. Dort heißt es „Mit dem Vorhaben werden die Vorschriften zum Software-Update bei Smart-Meter-Gateways deutlich vereinfacht und die Eichfrist unbefristet gestaltet werden. Der daraus zu ziehende Nutzen ist, die Digitalisierung der Energiewende weiter zu unterstützen. ….. Um Software-Updates zu beschleunigen und Kosten zu senken, sollen das vorgelagerte Genehmigungsverfahren sowie die Stichprobenprüfung durch die Eichbehörden gestrichen werden.“ Hierbei wird angeführt, dass durch die BSI-Zertifizierung und Baumusterprüfbescheinigung sowie die dauerhafte Überwachung bzw. die Eichlogs der SMGW eine ausreichende Verlässlichkeit sichergestellt wird und eine Vereinfachung angezeigt ist.

Interoperabilität im HAN

Darüber hinaus soll die Technische Richtlinie BSI TR-03109-5 („TR-5“) in einer an das GNDEW angepassten Version im dritten Quartal 2023 zur Konsultation veröffentlicht werden. Die TR-5 legt Anforderung zur Interoperabilität und Sicherheit für die an das HAN des SMGW angebundene Kommunikationsadapter fest. Die noch in 2022 vorgesehene Aufteilung in drei verschiedene Produktklassen ist nicht mehr vorgesehen und es wird ein einheitlicher Kommunikationsadapter für alle Anwendungen beschrieben, so die Ankündigung des BSI auf der ZMP.

Die TR-03109-5 beschreibt Mindestanforderungen an HAN-Komponenten bzgl. Interoperabilität und IT-Sicherheit, deren Nachweis über eine TR- und eine beschleunigte Sicherheitszertifizierung (BSZ) erfolgt. PPC hatte bereits 2022 mit dem Konzept „HKE an Bord“ (https://www.hkeanbord.org/) eine Abstraktion auf den Adapter vorgesehen, der auch in allen 2022 vorgesehen Systemeinheiten als gemeinsame Basis vorgesehen war.

TR-03109-5 kommt in Q3

Die TR-5 soll im dritten Quartal 2023 für die Konsultation im BMWK Gateway-Ausschuss vorgelegt und beschlossen werden. Ferner kündigte das BSI die Bereitstellung von CLS-Testplattformen für die TR-5 an. Damit wird es nach dem GNDEW, dem §14a nun auch sehr zeitnah eine Zertifizierungsbasis für die CLS-Module zur Steuerung nach §14a und zum Submetering gemäß HeizkostenVO.

Das ist auch dringend notwendig, denn beim Thema CLS-Anwendungen müssen die Knoten gelöst werden. „Ins Tuen kommen“ betonte PPC-Vorstand Ingo Schönberg, „Erst die Verbindung des iMSys mit den Steuerungssystemen im HAN ermöglicht die für den Erfolg der Energiewende notwendige Partizipation der privaten Endkunden. In 2030 wird der digitale Netzanschluss aus SMGW und Energiemanagementsystem der Standard für die Mitmach-Energiewende sein.“ Mit dem Partner Coneva hat PPC dieses Zukunftskonzept erst kürzlich umgesetzt und das Coneva EMS auf einem für die TR-5 Zertifizierung geeignetem CLS-Gateway implementiert. „Wir werden sicher zu den ersten gehören, die unseren Partnern TR-zertifizierte Lösungen für Steuerung und Submetering ermöglichen“, so Ingo Schönberg.

Sicherheit, Eichung und Steuerung

Insgesamt spielte das Thema Sicherheit, Eichung und Steuerung in vielen Fachvorträgen der ZMP eine wichtige Rolle. Aus unterschiedlichen Perspektiven wurde klar gezeigt welchen Stellenwert die Cybersecurity hat, egal ob in privaten Unternehmen oder bei öffentlichen Trägern. Auch die von Zuzana Magurová von Eon vorgestellte „Europäische Vision einer digitalen Energiewirtschaft“ unterstreicht, dass es sowohl bei Sicherheit als auch beim Demand Side Management diverse neue Vorgaben von der EU gibt.

Das deutsche Konzept des digitalen Netzanschlusses mit SMGW und hohem Sicherheitsniveau eilt in vielen Bereichen der EU-Regelsetzung voraus. Bereits auf der eWorld hatten wir die PPC -Strategie „Smart and Secure at the Edge“ kommuniziert und PPC sieht sich mit diesem Know-how „Made in Germany“ für die internationalen Wachstumsmärkte gut aufgestellt.

Die diesjährige ZMP war für die Teilnehmer die ideale Gelegenheit zur Standortbestimmung des Rollouts und seiner Zukunftsthemen. Eine Bestandsaufnahme, die beeindruckend zeigt, wie viele Fortschritte im regulatorischen Rahmen und bei technischen Angeboten gemacht wurden.

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