Angesichts der Preissprünge beim Gas schägt Spanien einen gemeinsamen Einkauf oder eine gemeinsame  Lagerung von Energie innerhalb der EU vor.

Angesichts der Preissprünge beim Gas schägt Spanien einen gemeinsamen Einkauf oder eine gemeinsame Lagerung von Energie innerhalb der EU vor.

Bild: © Ingo Bartussek/Adobestock

Gaspreise auf Rekordniveau peitschen zunehmend auch die Kosten für andere Brennstoffe nach oben.

In Erwartung stärkerer Nachfrage zogen am Freitag die Ölpreise weiter an. Während ein Fass der Nordseesorte Brent am Morgen 84,66 Euro kostete, lag der Preis für ein Fass der US-amerikanischen Sorte West Texas Intermediate bei 81,90 Euro.

Kohlepreise auf Höhenflug

Für das Nordseeöl bedeutete dies ein Dreijahres-, für das Öl aus Nordamerika sogar fast ein Siebenjahreshoch. Erdöl könnte verstärkt als Ersatz für Gas verwendet werden. Deshalb könnte auch hier das Angebot knapper werden.

Auch die Kohlepreise setzen seit Tagen ihren Höhenflug fort. Der Frontmonatskontrakt für eine Tonne Steinkohle lag am Mittwoch bei 230 US-Dollar. Damit stieg der Preis innerhalb von einem Monat um mehr als ein Drittel, wie Zahlen des ZfK-Datenraums zeigen.

Brennstoffwechsel von Gas zu Kohle?

Trotzdem scheint es auf dem deutschen Strommarkt derzeit noch immer attraktiver zu sein, Kohle als mit Gas zu verstromen. Noch zum Wochenanfang lag der Clean-Dark-Spread , ein wichtiger Indikator für die Wirtschaftlichkeit von Kohlekraftwerken, bei etwa 15 Euro pro MWh und damit deutlich über dem Clean-Spark-Spread, einem bedeutenden Anhaltspunkt für die Profitabilität von Gaskraftwerken.

Dies schlägt sich auch im deutschen Strommix nieder. Nach Angaben der Fraunhofer-Datenplattform Energy-Charts, betrug der Gas-Anteil im Oktober (letztes Update: 15. Oktober, 10.19 Uhr) 7,1 Prozent. Braun- und Steinkohle wiederum kamen zusammen auf 33,8 Prozent. Im Oktober 2019 hatte der Gas-Anteil zwölf Prozent betragen, im Oktober verganenen Jahres 10,4 Prozent.

CO2-Preise konstant

Ein wesentlicher Faktor für einen Brennstoffwechsel zwischen Gas und Kohle ist der CO2-Preis im europäischen Emissionshandel. Dieser bewegte sich in den vergangenen 30 Tagen konstant zwischen 60 und 65 Euro pro Tonne, ehe er im Laufe der Woche auf 59 Euro fiel.

Gleichzeitig stieg der Gaspreis im selben Zeitraum rasant, im Frontmonatskontrakt beispielsweise von knapp 66 Euro pro MWh auf knapp 86 Euro pro MWh (Handelspunkt TTF). Ein Trend, der angesichts kalter Temperaturen und knappen Angebots weiter anhalten könnte. (aba/dpa)

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