Blick auf das mit Erdgas betriebene Heizkraftwerk Süd in München.

Blick auf das mit Erdgas betriebene Heizkraftwerk Süd in München.

Bild: © Stadtwerke München

Immer mehr Gasanbieter fahren ihre Marketingaktivitäten deutlich zurück. Angesichts rekordhoher Gaspreise im Großhandel sind auf den Vergleichsportalen Check 24 und Verivox weder verfügbare Angebote der Energiekonzerne Eon und EnBW noch Tarife des größten Stadtwerks Deutschlands in München zu finden.

Anders scheint der schwedische Konzern Vattenfall vorzugehen. Er bot Mittwochnachmittag auf beiden Plattformen weiterhin mehrere Gastarife an.

Eon stoppt Geschäft mit neuen Privatkunden

Nach Recherchen der ZfK bieten auch andere größere kommunale Versorger wie Hamburg Energie, N-Ergie oder EWE derzeit keine Gastarife auf Verivox beziehungsweise Check 24 an. "Die aktuelle Situation betrifft den gesamten Markt", teilt eine Check24-Sprecherin auf ZfK-Anfrage mit.

Eon stoppte das Geschäft mit neuen Privatkunden beim Gas vorläufig komplett. "Leider können wir Ihnen derzeit keine Erdgas-Produkte anbieten", ist seit ein paar Tagen auf der Kunden-Homepage des Energiekonzerns zu lesen.

Eon: Bestandskunden nicht betroffen

Ein Unternehmenssprecher betonte, dass Bestandskunden nicht betroffen seien. Sie würden selbstverständlich weiter beliefert. Auch seinen Aufgaben als Grundversorger werde der Konzern weiter nachkommen.

Wann Eon Neukunden wieder ein Angebot machen wird, ließ das Unternehmen offen. Zunächst müsse ein Produkt konzipiert werden, das den aktuellen Entwicklungen an den Gasmärkten gerecht werde, hieß es.

Auch Stadtwerke München reagieren

EnBW stellte das Neukundengeschäft zwar nicht komplett ein. Das Karlsruher Unternehmen fuhr aber seine Marketingaktivitäten deutlich zurück und bat etwa die Vergleichsplattform Verivox, seine Angebote vorübergehend aus der Vermittlung zu nehmen, wie ein Unternehmenssprecher bestätigte.

Auch die Stadtwerke München bestätigten, dass sie sich vorübergehend aus den gängigen Vergleichsportalen zurückgezogen hätten. "[Wir] beobachten kontinuierlich die Markt- und Kostenentwicklung und entscheiden entsprechend über die Energiepreise", teilt eine Sprecherin mit. "Die Kundinnen und Kunden werden zeitnah und rechtzeitig über Veränderungen informiert."

Check 24: Neukalkulationen nicht ungewöhnlich

Wie die Check24-Sprecherin betont, sei es nicht ungewöhnlich, dass Versorger in extremen Preisphasen ihre Angebote neu kalkulierten und solange auf eine Vermittlung neuer Kunden verzichteten.

In den vergangenen Monaten sind die Großhandelspreise für Gas international auf Rekordstände geklettert. Nach Angaben des Vergleichsportals Check24 verteuerte sich die Megawattstunde Gas binnen Jahresfrist um 451 Prozent auf 44,03 Euro. (aba/dpa)

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