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Niedersachsen zählt sich selbst zu den führenden Bundesländern beim Ausbau der Elektromobilität. Ein Grund dafür sei die enge Zusammenarbeit zwischen Landesbehörden und den Kommunen. Eine Kooperation zwischen der Landesbehörde für Straßenbau und Verkehr sowie den Landkreisen und Kommunen geht nun in eine neue Phase: Städte und Gemeinden können künftig gemeinsam Ausschreibungen für den Aufbau von Ladesäulen starten, um Energieversorger mit attraktiven Paketen zu gewinnen.

Seit Herbst 2025 läuft dazu ein Pilotprojekt in den Landkreisen Oldenburg und Lüchow-Dannenberg. Die dabei gewonnenen Erfahrungen fließen in Musterunterlagen ein, die ab der zweiten Jahreshälfte 2026 allen Kommunen zur Verfügung stehen sollen.

Konzepte bilden den Ausbaubedarf ab

Das Prinzip ist einfach: Wenn mehrere Städte und Gemeinden ihren Bedarf bündeln und ein marktgerechtes Ausbaupaket schnüren, steigt die Attraktivität für Anbieter, sich darauf zu bewerben. Solche Ausbaupakete basieren auf Konzepten, die den prognostizierten Ladebedarf der kommenden Jahre sowie vorgeprüfte, technisch machbare sowie genehmigungsfähige Standorte enthalten. Damit soll nicht nur die Planungssicherheit erhöht, sondern auch das Genehmigungsverfahren beschleunigt werden.

Grundlage dafür sind Ladeinfrastrukturkonzepte, die den Bedarf einer Kommune bis in einzelne Ortsteile hinein abbilden. Sie zeigen, wie viel Ladeleistung zur Erreichung der Klimaziele im Verkehrssektor benötigt wird und wo Ladepunkte technisch sowie rechtlich umsetzbar sind. Die Landesbehörde arbeitet seit November 2021 gemeinsam mit Kommunen, Landkreisen und der Region Hannover an solchen Konzepten. 

Das Ergebnis: 31 Landkreise, kreisfreie Städte und die Region Hannover verfügen inzwischen über detaillierte Ausbaufahrpläne mit mehr als 14.000 potenziellen Standorten. Je nach geforderter Ladeleistung können an einem Standort mehrere Ladepunkte entstehen.

Alle Standorte sind bereits vorgeprüft

Bis Ende 2025 haben sich 306 von 403 Kommunen beteiligt, teilt die Behörde mit. Über 500 Personen arbeiteten mit dem Elektromobilitätsmanagement der Landesbehörde zusammen. Die Konzepte enthalten konkrete öffentliche oder teilöffentliche Flächen für Ladepunkte und berücksichtigen eine bedarfsgerechte Mischung unterschiedlicher Ladeleistungen. Alle Standorte sind durch Netzbetreiber auf technische Machbarkeit geprüft, was die spätere Genehmigung erheblich beschleunigt.

Mit diesen Maßnahmen werde der Ausbau der Ladeinfrastruktur von einem punktuellen zu einem strategischen Prozess entwickelt. Das sei ein entscheidender Schritt, um die Klimaziele im Verkehrssektor zu erreichen und die Elektromobilität flächendeckend zu etablieren.

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