Im Februar produzierten Windkraftanlagen so wenig Strom wie seit 2018 nicht mehr.

Im Februar produzierten Windkraftanlagen so wenig Strom wie seit 2018 nicht mehr.

Bild: © Karl-Josef Hildenbrand/dpa

Von Andreas Baumer

Wenn, wie am vergangenen Wochenende, die Sonne scheint und der Wind gut weht, dürfte man sich im Bundesfinanzministerium nur bedingt freuen. Denn dann gehen die Strompreise an den Kurzfristbörsen oft in den negativen Bereich.

Das heißt, dass auch die Förderkosten für erneuerbare Energien steigen. Schließlich wächst die Lücke zwischen Erlösen beim Stromverkauf und der Mindestförderung, die Betreiber pro eingespeister Menge erhalten.

Risiko von EEG-Kostenausschlägen gesunken

Weil in den ersten beiden Monaten des Jahres oft aber kaum Wind wehte und sich die Sonne jahreszeitbedingt auch nicht so oft zeigte, ist auf dem EEG-Konto ein kleines Polster entstanden. Im Februar betrugen die Gesamtausgaben auf dem EEG-Konto sogar lediglich 795 Millionen Euro. Das war der niedrigste Wert seit Januar 2023, als Deutschland noch mitten in der Energiekrise steckte.

Weil der Bund zugleich 625 Millionen Euro überwies und auch die Vermarktungseinnahmen vergleichsweise hoch waren, wurde Ende Februar alles in allem ein Plus von gut 100 Millionen Euro auf dem EEG-Konto gemeldet. Insgesamt lagen damit knapp 1,7 Milliarden Euro auf dem Konto – so viel wie seit November 2023 nicht mehr.

Das Finanzministerium dürfte das Polster dankend annehmen. Dadurch sinkt das Risiko, dass der Bund bis zum Jahresende deutlich mehr auf das EEG-Konto überweisen muss als geplant.

Zu dieser Situation war es im vergangenen Jahr gekommen, als die vom Bundestag bereitgestellten 10,6 Milliarden Euro schon nach wenigen Monaten aufgebraucht waren. Am Ende wurden es 18,5 Milliarden Euro an Zuschüssen. Die Differenz sollte über einen Nachtragshaushalt beglichen werden. Dieser steht noch aus. Auch der reguläre Bundeshaushalt für dieses Jahr fehlt noch und dürfte eine der vorrangigen Aufgaben einer möglichen neuen Bundesregierung aus CDU, CSU und SPD werden.

Noch kein nachhaltiger Preissturz

Das nun aufgebaute EEG-Polster könnte währenddessen schon in diesem Monat teilweise in Anspruch genommen werden. Erwartungsgemäß sind die Börsenstrompreise bislang im März wieder gesunken. Der durchschnittliche Preis für die Lieferung am Folgetag (Day-Ahead) lag laut der Datenplattform Energy-Charts zuletzt bei 97 Euro pro Megawattstunde (MWh). Im Februar waren es noch 129 Euro pro MWh gewesen. Betrachtet wurden jeweils Daten der Kurzfristbörse Epex Spot.

Gerade in der vergangenen Woche rauschten die Börsenstrompreise zur Mittagszeit nach unten. Am Samstagmittag bekamen Händler 15 Euro pro MWh obendrauf, wenn sie Strom abnahmen. Der Day-Ahead-Tageswert lag bei 14 Euro je MWh Grundlast. In den vier Tagen zuvor wurde die Null-Schwelle jedes Mal zur Mittagszeit erreicht oder unterschritten.

Ein nachhaltiger Preissturz ist allerdings bislang nicht spürbar, auch weil vergleichsweise hohe Gaspreise gerade zu wind- und sonnenarmen Stunden die Preise deutlich nach oben ziehen.

So lag der Day-Ahead-Durchschnittswert am Montag bei 129 Euro pro MWh. Am Dienstag sind es 112 Euro pro MWh, wobei es in den Spitzenstunden auf bis zu 166 Euro pro MWh hochgeht.

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