Das EEG-Guthaben ist im Januar weiter geschmolzen. Wie aktuelle Zahlen der Übertragungsnetzbetreiber zeigen, lagen zum Monatsende nur noch knapp 750 Mio. Euro auf dem Konto. Über das EEG-Konto werden Grünstrom-Vergütung und -Marktprämie gemäß dem EEG-Gesetz gezahlt.
Im Januar überstiegen die Ausgaben die Einnahmen um fast 150 Mio. Euro. Mit einberechnet ist hierbei der erste Abschlag des vom Bundestag Anfang Februar bewilligten Bundeszuschusses in Höhe von 10,6 Mrd. Euro. Wie aus dem Dokument der Übertragungsnetzbetreiber hervorgeht, wurde rund eine Milliarde Euro der Mittel bereits überwiesen.
Monatsfehlbeträge von über einer Milliarde
Die neuen Zahlen sind ein weiteres Indiz dafür, in welchem Dilemma sich die Übertragungsnetzbetreiber bald wiederfinden könnten, sollten die Strompreise auf jetzigem Niveau bleiben oder weiter sinken. Ohne Bundeszuschuss betrug das Minus im Januar mehr als 1,1 Mrd. Euro.
Damit setzte sich der im Mai 2023 begonnene Trend fort, wonach –ohne Berücksichtigung der Finanzspritze – monatlich netto mehr als eine Milliarde Euro abfloss. Im Juli und August 2023 stiegen die Fehlbeträge sogar auf jeweils knapp 1,9 Mrd. Euro. Bei einem ähnlichen Verlauf könnte das Guthaben trotz Bundeszuschuss bereits in den Sommermonaten aufgebraucht sein.
Bis zu 17,8 Mrd. Euro Zusatzkosten befürchtet
Laut "Handelsblatt" schlugen die Übertragungsnetzbetreiber beim Bundeswirtschaftsministerium bereits Alarm. Demnach sollen sie einen zusätzlichen Finanzierungsbedarf in Höhe von 7,8 Mrd. Euro angemeldet haben. Die Übertragungsnetzbetreiber verwalten das EEG-Konto rein treuhänderisch.
Michael Kruse, energiepolitischer Sprecher der FDP-Bundestagsfraktion, fürchtet basierend auf eigenen Berechnungen sogar Zusatzkosten von bis zu 17 Mrd. Euro. "Wenn [Bundeswirtschaftsminister] Robert Habeck jetzt nicht mit seiner Politik gegensteuert, werden die Ausgleichszahlungen für das EEG den Klima- und Transformationsfonds auffressen", warnte er. (aba)
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