Der Morgenhimmel leuchtet an einem Wintermorgen über dem Windenergiepark "Odervorland", während Nebel und dichte Wolken über die Landschaft ziehen. Aufnahme vom 15. Dezember 2023.

Der Morgenhimmel leuchtet an einem Wintermorgen über dem Windenergiepark "Odervorland", während Nebel und dichte Wolken über die Landschaft ziehen. Aufnahme vom 15. Dezember 2023.

Bild: © Patrick Pleul/dpa

Das EEG-Konto hat das Jahr 2023 mit einem Guthaben von weniger als einer Milliarde Euro beendet. Das geht aus dem jüngsten Monatsbericht hervor, den die vier deutschen Übertragungsnetzbetreiber Tennet, Amprion, 50 Hertz und Transnet BW am Mittwoch auf dem Portal Transparenznet.de veröffentlichten.

Demnach betrug das Minus über die vergangenen zwölf Monate rund 14,2 Milliarden Euro. In jedem einzelnen Monat überstiegen die Ausgaben, etwa für Märktprämienzahlngen an Betreiber erneuerbarer Energien die Einnahmen. Letztere ergeben sich insbesondere aus der Vermarktung des Erneuerbaren-Stroms im Kurzfristhandel.

Höchstes Minus im Juli und August

Am höchsten fielen die Fehlbeträge im Juli und August aus. Jeweils knapp 1,9 Milliarden Euro wurden in diesen Monaten mehr ausgegeben als eingenommen. Doch auch noch im Dezember betrug der Verlust 1,1 Milliarden Euro.

Insbesondere drei Faktoren haben das Guthaben im vergangenen Jahr schmelzen lassen. Die Stromgroßhandelspreise sind im Vergleich zum Sommer 2022 stärker gesunken, als von den Übertragungsnetzbetreibern im Herbst angenommen. Dies schlug sich negativ auf der Einnahmenseite nieder.

Finanzierung aus Klimafonds

Zudem erlebten Photovoltaikanlagen einen Rekordsommer 2023, was zu überdurchschnittlichen Vergütungs- und Marktprämienzahlungen führte. Dies belastete die Ausgabenseite.

Darüber hinaus entfällt seit Juli 2022 die EEG-Umlage. Anfallende Mehrkosten übernimmt seitdem der Bund über den Klima- und Transformationsfonds, kurz KTF.

10,6 Millionen Euro Finanzierungsbedarf

Für das vergangene Jahr hatten die Übertragungsnetzbetreiber mit Blick auf das gut gefüllte EEG-Konto auf Zuschüsse verzichtet. Das ändert sich dieses Jahr.

Die Übertragungsnetzbetreiber prognostizierten im Oktober einen Finanzierungsbedarf von 10,6 Milliarden Euro. Trotz vorgesehener teils deutlicher Kürzungen im Klima- und Transformationsfonds infolge eines Verfassungsgerichtsurteils plant die Ampel weiterhin, diese Kosten in vollem Umfang zu übernehmen. Für das Folgejahr sind sogar 11,8 Milliarden Euro budgetiert. (aba)

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