Blick auf das Heizkraftwerk der Stadtwerke Pforzheim. Auch das baden-württembergische Kommunalunternehmen setzte sich bei der KWK-Ausschreibung mit einem Projekt durch.

Blick auf das Heizkraftwerk der Stadtwerke Pforzheim. Auch das baden-württembergische Kommunalunternehmen setzte sich bei der KWK-Ausschreibung mit einem Projekt durch.

Bild: © SWP

Es war die wohl letzte Kraft-Wärme-Kopplungs-Ausschreibung im alten Format. Und das Interesse war einmal mehr groß. 41 Gebote gingen bei der Bundesnetzagentur ein, 38 davon waren zulässig und 33 wurden bezuschlagt. Damit konnte sich noch einmal eine Reihe von Stadtwerken über Fördermittel freuen.

Zu den Begünstigten zählen die Stadtwerke Pforzheim in Baden-Württemberg. "Durch diese Nachricht können wir nun in die Detailplanung für künftige Projekte einsteigen, mit denen wir unsere Erzeugungskapazitäten in Sachen Nah- und Fernwärme vergrößern können", teilte ein Unternehmenssprecher mit. Schon jetzt sind in der Pforzheimer Kernstadt mehr als zwei Drittel der Haushalte an das Fernwärmenetz der Stadtwerke angeschlossen.

Auch die Stadtwerke Schneeberg, Torgau und Leipzig in Sachsen sowie die Stadtwerke Gießen in Hessen setzten sich durch. Selbes gilt für die Stadtwerke Bad Langensalza in Thüringen und die Stadtwerke Merseburg in Sachsen-Anhalt.

Insgesamt 108 MW ausgeschrieben

Insgesamt waren 108 Megawatt (MW) an Kraft-Wärme-Kopplungsleistung ausgeschrieben gewesen. Bezuschlagt wurde geringfügig mehr Leistung. Zugleich gingen Projekte mit einer Gesamtleistung von knapp 28 MW leer aus. Der durchschnittliche, mengengewichtete Zuschlagswert lag bei rund fünf Cent pro Kilowattstunde (kWh). Die bezuschlagten Gebotswerte reichten von gut dreieinhalb bis sechs Cent pro kWh.

Im Vorfeld war bisweilen von Torschlusspanik zu hören. Immerhin ist nach jetzigem Stand keine weitere KWK-Ausschreibung mehr geplant. Vor knapp einem Jahr hatte der Bundestag zwar die KWK-Förderbedingungen etwas gestreckt; dabei wurde allerdings übersehen, dass man auch die entsprechende Verordnung überarbeiten hätte müssen.

Anfang Dezember hatte das Bundeswirtschaftsministerium noch versprochen, das KWK-Gesetz bis zum Jahresende 2025 zu evaluieren. Im Anschluss sollte der überfällige Evaluierungsbericht veröffentlicht werden, der dann die Grundlage für eine Reform des Gesetzes bilden sollte. Die Novellierung des Gesetzes war demnach für die erste Jahreshälfte 2026 geplant.

Bundestag will Bundesministerium treiben

Nach ZfK-Informationen ist gerade einiges im Fluss. So könnten die Bundestagsfraktionen von Union und SPD zeitnah selbst den Druck auf das Wirtschaftsministerium erhöhen. Tatsächlich hatten die beiden Regierungspartner im Koalitionsvertrag festgehalten, das Gesetz "noch 2025 an die Herausforderungen einer klimaneutralen Wärmeversorgung, an Flexibilitäten sowie hinsichtlich eines Kapazitätsmechanismus" anzupassen. Dieser Zeitplan wurde bereits gerissen.

Führende KWK-Verbände fordern eine Verlängerung des Gesetzes bis weit in die 2030er-Jahre hinein. "Wir brauchen die Verstetigung des Gesetzes und eine Anhebung der Ausschreibungsgrenzen", sagte Andreas Rimkus, Präsident des Bundesverbands KWK, im Gespräch mit der ZfK. Kraft-Wärme-Kopplung sei gerade auch in kalten Dunkelflautenzeiten wichtig. "Wenn die Erneuerbaren das gelbe Trikot tragen, trägt KWK das Bergtrikot", sagte er.

Auch das Segment der sogenannten innovativen KWK-Systeme wurde übrigens zum bislang letzten Mal ausgeschrieben. Hier wurde die angestrebte Zielmenge nicht erreicht. Ausgeschrieben waren 34 MW. Bezuschlagt wurden insgesamt weniger als 28 MW.

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