Weniger Wind- und Solaroutput trugen in den vergangenen Tagen ebenso dazu bei, dass die Preise am Strommarkt stiegen.

Weniger Wind- und Solaroutput trugen in den vergangenen Tagen ebenso dazu bei, dass die Preise am Strommarkt stiegen.

Bild: © Patrick Pleul/dpa

Von Julian Korb

Wind- und Solarenergie waren im laufenden Jahr bislang erneut die Zugpferde in der Direktvermarktung. Das zeigt die Auswertung unserer ZfK-Sommerumfrage 2025 nach den größten Einzeltechnologien. So konnten die meisten großen Direktvermarkter bei Windanlagen an Land zulegen und ihr Portfolio deutlich steigern. Ausnahmen waren in der Spitzengruppe die Mannheimer MVV sowie der schwedische Energiekonzern Vattenfall, deren Windportfolios gegenüber dem Jahresanfang konstant blieben.

Das größte Wachstum bei sogenannten Onshore-Windanlagen verzeichnete das norwegische Energieunternehmen Statkraft mit einem Plus von 440 Megawatt (MW) gegenüber Januar. Gegenüber der ZfK erklärte Statkraft auch, dass man sich derzeit vor allem auf Windanlagen konzentriere. Größere Verluste im Windportfolio gab es lediglich bei Engelhart, ehemals Trailstone, die ihr Portfolio zugunsten von Solaranlagen umstrukturiert haben.

Solarvermarkter rücken enger zusammen

Im Solarmarkt hat der Platzhirsch dagegen an Vorsprung verloren. Next Kraftwerke gab Anlagen ab, auch wegen der Volatilitäten am Strommarkt und der damit einhergehenden Risiken, wie das Kölner Unternehmen der ZfK gegenüber bestätigte. Statt 6600 MW vermarktet Next Kraftwerke nun noch 6372 MW an Solaranlagen.

Profitieren konnten vor allem die großen Wettbewerber, allen voran die EnBW, aber auch die Enerparc-Tochter Sunnic oder der Schweizer Energieversorger BKW. EnBW baute das eigene Solarportfolio um satte 650 MW auf 5350 MW aus und rückte näher auf den ersten Platz heran.

Gegenüber der ZfK führte der Karlsruher Energiekonzern den Zuwachs vor allem auch auf kleinere Solaranlagen zurück. Die EnBW betreibt eine automatisierte Plattform, in der Anlagen bereits ab einer Größe von 100 Kilowattpeak (kWp) vermarktet werden. Die Vermarktung von kleineren PV-Anlagen lohnt sich aufgrund der hohen Fixkosten und geringen Margen nur bei einem hohen Automatisierungsgrad, weshalb nur wenige Direktvermarkter derzeit in diesem Segment tätig sind.

Mit einem Plus von 600 MW konnte zudem auch der Schweizer Energieversorger BKW im Solarportfolio deutlich zulegen. Baywa Re und Quadra steigerten sich ebenfalls spürbar bei der Vermarktung von Solaranlagen. Baywa Re hatte im Juni im ZfK-Interview angekündigt, die Verluste aus dem Vorjahr wieder aufholen zu wollen.

Kaum Zuwächse bei Biomasse

Wenig geändert hat sich dagegen bei der Biomasse. Marktführer e2m bleibt führend, mit konstantem Portfolio. Die zweitplatzierten Next Kraftwerke haben ihr Portfolio um 52 MW verschlankt.

Mit den Stadtwerken Rosenheim, der Mannheimer MVV und den Stadtwerken München gehören auch drei Kommunalversorger zur Spitzengruppe. Die Stadtwerke Rosenheim sogar um 18 MW steigern.

Der bislang drittgrößte Anbieter, die Oldenburger EWE, hat an der ZfK-Sommerumfrage 2025 allerdings nicht teilgenommen. Ebenso wenig der Viertplatzierte, Esforin. Insgesamt ist der Biomassemarkt nur um wenige MW gewachsen.

ZfK erfasst erneut auch Wasserkraft-Vermarkter

Überschaubare Zuwächse gab es bei der Wasserkraft. Die Augsburger Lechwerke steigerten sich um 18 MW gegenüber Januar auf nun 325 MW und bleiben damit deutlich Marktführer. Den größten Anteil im Portfolio machen dabei weiterhin Laufwasserkraftwerke mit einer Leistung von 230 MW aus.

Die übrigen Wasserkraft-Vermarkter hielten ihr Portfolio konstant oder verringerten dies leicht. Einzige Ausnahme: Next Kraftwerke reduzierte auch bei der Wasserkraft spürbar, und zwar von 90 auf 57 MW und fiel damit auf Rang Sechs. Allerdings nahm der im Januar noch drittgrößte Anbieter Uniper dieses Mal an unserer Sommerumfrage nicht teil.

Mehr aus der aktuellen Direktvermarktung-Sommerserie 2025:

Negativpreise fordern Direktvermarkter – Drittgrößter Anbieter büßt ein

Hinweis: Eine Übersicht mit allen Tabellen im Sommer 2025 finden Sie hier.

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