Große Direktvermarkter gehen davon aus, dass das Segment Batteriespeicher in den nächsten zwei bis drei Jahren deutlich wachsen wird.

Große Direktvermarkter gehen davon aus, dass das Segment Batteriespeicher in den nächsten zwei bis drei Jahren deutlich wachsen wird.

Bild: © Jens Büttner/dpa

Von Andreas Baumer

Auf den ersten Blick hat sich nur wenig getan im ZfK-Ranking der deutschen Wind- und Solarvermarkter. Bei Wind thront weiterhin Branchenprimus Quadra Energy auf Platz eins, gefolgt vom früheren Branchenprimus Statkraft Markets.

Und im Photovoltaikbereich behauptet sich Next Kraftwerke locker vor dem Energiekonzern EnBW. Doch dahinter war dann doch so einiges los. Und im Batteriespeicherbereich gibt es sogar eine Nummer eins. Doch der Reihe nach.

Inpower mit großen Einbußen

Zuerst zum Windbereich: Die Getec-Direktvermarktungstochter Gewi steigerte ihr Portfolio um ein Viertel. Sie löst damit die Mannheimer MVV als drittgrößten Windvermarkter in Deutschland ab. Gewi hatte seine Strategie in den vergangenen Monaten angepasst und sich von der Biomasse verabschiedet. Zudem wurde die Muttergesellschaft Getec vom britischen Ölkonzern BP übernommen.

Fast um die Hälfte brach das Windportfolio der Baywa Re ein. Statt 4600 Megawatt (MW) meldete die Tochter des in Turbulenzen geratenen Mischkonzerns Baywa nur noch 2500 MW. Prozentual noch stärker sank das Windportfolio des Mainzer Händlers Inpower. Fast zwei Drittel gingen dort innerhalb eines halben Jahres verloren. Inpower hatte Mitte 2024 noch kräftige Portfoliozuwächse gemeldet.

Insgesamt wurden im Januar nach Angaben der Übertragungsnetzbetreiber 54 Gigawatt (GW) Windkraftanlagen im Rahmen des Erneuerbare-Energien-Gesetzes (EEG) per Marktprämie gefördert. Zum Vorjahreszeitpunkt waren es 53 GW gewesen. In der sogenannten sonstigen Direktvermarktung, wo etwa ausgeförderte Anlagen landen, wurde ein Plus von 2 GW verzeichnet.

Post-EEG: Engie schiebt sich vor Quadra

Interessant hierbei: Anders als im Vorjahr ist Quadra (1100 MW) nicht mehr die Nummer eins im Post-EEG-Ranking. Ganz vorn liegt nun Engie (1486 MW). Auf Rang drei reiht sich RWE (1000 MW) ein.

Nun zum Photovoltaiksektor. Auch hier gab es teilweise starke Verschiebungen. Der Schweizer Energieversorger BKW steigerte sein Portfolio um 40 Prozent und schob sich hinter Next Krafwerke, EnBW und Sunnic auf Platz vier. Prozentual noch stärker wuchs das Start-up CF Flex Power. Wenn die Hamburger so weitermachen, dürfte die Gigawattschwelle bald geknackt sein.

Entgegen dem Gesamttrend – binnen eines Jahres erhöhte sich die direktvermarktete Leistung  in Deutschland um 6 GW – verloren in der Spitzengruppe EnBW (-13 Prozent) und MVV (-20 Prozent) an Boden. Die Stadtwerke München steigerten ihr Portfolio dagegen um ein Drittel.

Wachablösung bei Batteriespeichern

Eine Wachablösung gibt es derweil in der Batteriespeichervermarktung. Der Essener Flexibilitätsvermarkter Esforin meldete ein Portfolio von 850 MW. Damit liegt das Unternehmen nun weit vor dem früheren Primus RWE (359 MW). Dahinter folgt der Leipziger Direktvermarkter Energy2Market mit einem Portfolio von 150 MW.

Apropos Energy2Market. Einmal mehr führt das Unternehmen, das als Start-up begann und seit einigen Jahren dem französischen Energieriesen EDF gehört, das Biomasse-Ranking an. Auf Platz zwei landete hier einmal mehr Next Kraftwerke und auf Rang drei EWE.

Bemerkenswert ist, dass in der Wasserkraft-Direktvermarktung nicht mehr die Lechwerke (77 MW) vorne liegen, sondern RWE (247 MW) und EnBW (150 MW). Die größte Elektrolyseleistung vermarktet inzwischen der norddeutsche Vermarkter ANE, der mehrheitlich den Hamburger Energiewerken gehört (450 MW), vor Next Kraftwerke (70 MW) und RWE (14 MW).

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