Energieried und GGEW, die Stadtwerke Tornesch und Pinneberg, die Stadtwerke Tauberfranken und Külsheim – Fusionen in der Stadtwerkebranche haben in den vergangenen Monaten zugenommen. Der Konsolidierungs- und Wettbewerbsdruck ist hoch und hat sich durch die jüngste Energiekrise offenbar nochmals verschärft.
Jetzt haben die Stadtwerke Bocholt und Rhede im westlichen Münsterland einen weiteren wichtigen Schritt in Richtung Fusion gemacht. Der Zusammenschluss könnte bereits im Jahr 2025 wirksam werden.
Neuer Kommunalversorger hätte 340 Mitarbeitende
Die Aufsichtsräte beider Versorgungsunternehmen haben mehrheitlich den Räten der beiden Städte die Aufnahme konkreter Vertragsverhandlungen empfohlen. Geführt werden sollen diese von den jeweiligen Bürgermeistern und dem Aufsichtsratsvorsitzenden der Stadtwerke Rhede. Die notwendigen Ratsbeschlüsse hierzu sollen am 3. Juli in beiden Kommunen gefasst werden.
Sollte es zu einer Fusion kommen, entstünde ein Kommunalversorger mit rund 340 Mitarbeitenden. Aktuell arbeiten in Bocholt 250 Beschäftigte bei den Stadtwerken und rund 90 in Rhede. Zusätzlich kämen etwa 120 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Bäder hinzu.
Leistungsfähigkeit und Effizienz soll weiter gesteigert werden
Es werden Synergien im unteren zweistelligen Millionenbereich über die kommenden zehn Jahre erwartet. Die geschätzten Transaktionskosten sollen im unteren einstelligen Millionenbereich liegen. Die wesentlichen Synergien ergeben sich aus der Reduktion von Doppelbesetzungen. Betriebsbedingte Kündigungen schließen beide Unternehmen ausdrücklich aus.
Die Fusion der Stadtwerke Bocholt und Rhede soll die Leistungsfähigkeit und Effizienz der Stadtwerke weiter steigern und damit langfristig die Versorgungssicherheit und Servicequalität für die Bürgerinnen und Bürger in Bocholt und Rhede verbessern.
Die Aufsichtsräte haben sich außerdem auf folgende Rahmendaten verständigt:
- Beteiligungsverhältnis:
- Kapitalmaßnahme:
- Minderheitenschutz:
- Besetzung Aufsichtsrat:
- Aufsichtsratsvorsitzender:
Kommunen würden weiter jeweilige Kosten der Bäder und des ÖPNV tragen
Für die Bäder und den Stadtbus Bocholt soll künftig ein sogenanntes Tracking Stock vereinbart werden, was bedeutet, dass Entscheidungen für diese Bereiche weiterhin den jeweiligen Städten obliegen und die finanzielle Verantwortung bei den Kommunen bleibt. So tragen die Kommunen weiterhin die Kosten für den Betrieb der Schwimmbäder und des Stadtbusses.
Grundlage für den fortschreitenden Fusionsprozess ist eine Untersuchung der Wirtschaftsprüfungsgesellschaft PKF Fasselt aus Duisburg, die die Sinnhaftigkeit und die wirtschaftlichen Vorteile der Fusion bewerten sollte. Die Ergebnisse waren den Aufsichtsräten der beiden Stadtwerke in einer gemeinsamen Sitzung im Februar 2024 vorgestellt und seither verfeinert worden. (hoe)



