Plötzlich ohne Stromversorger: Immergrün und Meisterstrom haben einen Teil ihrer Kunden informiert, dass sie die Stromlieferungen zum 20. Oktober einstellen.

Plötzlich ohne Stromversorger: Immergrün und Meisterstrom haben einen Teil ihrer Kunden informiert, dass sie die Stromlieferungen zum 20. Oktober einstellen.

Bild: © Navee/Adobestock

Die in Berlin ansässigen Energiediscounter Voxenergie und Primastrom haben das Geschäftsjahr 2021/2022 mit Millionengewinnen abgeschlossen.

Während bei Voxenergie der Jahresüberschuss in der Zeit vom 1. Juli 2021 bis zum 30. Juni 2022 auf 3,2 Mio. Euro (2020/21: 5,3 Mio.) kehrte primastrom mit einem starken Abschluss von 7,6 Mio. Euro in die schwarzen Zahlen zurück. Im Vorjahreszeitraum hatte das Unternehmen noch ein Defizit von rund 0,5 Mio. Euro ausgewiesen. Beide Unternehmen sind 100-prozentige Töchter der Primaholding GmbH.

Die Primaholding-Gruppe und ihre Tochterunternehmen sind in der Branche keine Unbekannten. Wegen einer unzureichenden Widerrufsbelehrung waren beispielsweise im vergangenen Jahr bei der Verbraucherzentrale Bundesverband über 17.000 Beschwerden von Verbrauchern eingegangen.

Primaholding-Gruppe umfasst 18 Tochtergesellschaften

Die Bundesnetzagentur hatte Voxenergie und Primastrom zudem im Herbst vergangenen Jahres verpflichtet, rechtswidrige Preiserhöhungen gegenüber Haushaltskunden zurückzunehmen. Grund hierfür war, dass die Lieferanten die Preiserhöhungen nicht rechtzeitig angekündigt hatten.

Zum Mutterkonzern Primaholding gehören 18 Tochtergesellschaften, die im Bereich Energie und Telekommunikation tätig sind. Die Gruppe erwirtschaftete im Geschäftsjahr 2021/22 einen Gewinn von 1,2 Mio. Euro (2020/21: 3,7 Mio.).

Hohe Rückstellungen für Risiken aus Rechtsstreitigkeiten

Interessantes Detail bei den Abschlüssen von Voxenergie und Primastrom: Beide Discounter hatten zur Absicherung von Risiken aus laufenden Rechtsstreitigkeiten hohe Rückstellungen von 7,5 respektive 6,6 Mio. Euro gebildet.

„Die Notwendigkeit dieser Rückstellung hat sich vor allem durch die geänderte Marktsituation mit höheren Volatilitäten und neuen, bisher nicht geklärten rechtlichen Rahmenbedingungen, ergeben“, heißt es dazu beispielsweise in der im Bundesanzeiger veröffentlichten Bilanz von Primastrom. (hoe)

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