Das Solar-Start-up Enpal will in die Modulproduktion einsteigen. (Symbolbild)

Das Solar-Start-up Enpal will in die Modulproduktion einsteigen. (Symbolbild)

Bild: © Enpal

Der Streit um die heimische Solarindustrie nimmt eine neue Wendung: Nachdem mehrere Produzenten in Deutschland angekündigt hatten, aus der heimischen Modulherstellung auszusteigen, geht Enpal den umgekehrten Weg. Das Solar-Start-up hat nach eigenen Angaben nun Schritte für eine eigene Solarproduktion eingeleitet.

Ziel ist es, nachhaltige und wettbewerbsfähige europäische Produkte zu entwickeln, teilt das Berliner Unternehmen mit. Aktuell wird die Produktion an bestehenden Standorten in Deutschland und Europa geprüft. Kurz zuvor hatte der schweizerische Hersteller Meyer Burger angekündigt, sein Modulwerk in Deutschlan zu schließen und die Produktion in die USA zu verlagern.

Fertigungstiefe der Module

"Als größter Solaranbieter in Deutschland sind wir bereit, uns am Aufbau einer diversifizierten europäischen Solarindustrie zu beteiligen", sagt Mario Kohle, CEO und Gründer von Enpal. "Diese Transformation muss jetzt zügig im Einklang mit der Politik eingeleitet werden."

Offen ist dabei noch, an welchen Standorten und mit welcher Kapazität die Produktion aufgebaut werden soll. Enpal will sich dazu am kommenden Mittwoch ausführlicher erklären. Auch zur Fertigungstiefe bei den künftigen Modulen wollte sich das Unternehmen noch nicht äußern.

Internationalisierung des Geschäfts

Die Ankündigung kommt durchaus überraschend, unter anderem, weil die Details des kommenden Solarpakets I der Bundesregierung noch unklar sind. Insbesondere stehen mögliche Resilienzmaßnahmen bei Solar-Start-ups wie Enpal und 1Komma5° in der Kritik.

Aufgrund der Planungsunsicherheit am Wirtschaftsstandort Deutschland erwäge Enpal, "die Internationalisierung des eigenen Geschäfts deutlich zu beschleunigen und die Investitionen in den Zubau an erneuerbaren Energien in Deutschland drastisch zu reduzieren", erklärte Enpal-CEO Kohle noch kürzlich. (jk)

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