Die Eon-Zentrale in Essen.

Die Eon-Zentrale in Essen.

Bild: © Eon

Von Daniel Zugehör

Auf dem Markt für Heizstrom herrschte im vergangenen Jahr besonders viel Bewegung. Ausschlaggebend dafür dürfte Eon sein. Der Konzern konnte 2023 einen Sondereffekt bei Stromkundinnen und -kunden für Nachtspeicherheizungen und für Wärmepumpen verbuchen. Das geht aus dem jüngsten Monitoringbericht von Bundeskartellamt und Bundesnetzagentur hervor.

Müller: Marktmacht nutzen

Zuletzt wechselten demnach "rund 252.000" Heizstrom-Kundinnen und -Kunden ihren Lieferanten. Das entspreche einer Heizstrommenge von rund 1047 Gigawattstunden oder einer Quote von 9,3 Prozent. "Verbraucherinnen und Verbraucher haben die Chance, Geld zu sparen und nur, wenn sie durch ihre Wechselbereitschaft ihre Marktmacht ausüben, werden auch niedrigere Preise bei ihnen ankommen", sagte Bundesnetzagenturpräsident Klaus Müller.

200.000 zu Eon

Den größten Zuwachs kann dabei Eon verzeichnen, eines der vier absatzstärksten Energieunternehmen neben EnBW, Vattenfall und EWE. Hauptgrund dafür ist, dass sich der Heizstromanbieter Deine Wärmeenergie im vergangenen Jahr vom Markt verabschiedet hat und sein Portfolio von mehr als 200.000 Kundinnen und Kunden an den Mutterkonzern Eon überging. Dies sei "ursächlich für den Anstieg der Wechselquote", heißt es im Bericht. 2022 lag die Quote noch bei 4,1 Prozent.

Verbrauch und Preise gesunken

Unter dem Strich ging der Heizstromverbrauch im Jahresvergleich jedoch zurück. Von 13,1 Terawattstunden auf 12,1 Terawattstunden 2023. Als mögliche Gründe führt der Bericht etwa das Sparverhalten der Bürgerinnen und Bürger an. Aber auch, dass auf moderne Wärmepumpen oder andere Heizungsarten umgerüstet wurde.

Ebenfalls rückläufig waren die Preise. Im Schnitt war Strom für Nachtspeicherheizungen um rund zwölf Prozent günstiger. Wärmepumpentarife gaben um rund sieben Prozent nach. Als Grund nennt der Bericht, dass sich die Energiemärkte stabilisiert hätten.

Das vergangene Jahr war dennoch ein Rekordjahr. Insgesamt wechselten dem Bericht zufolge rund sechs Millionen Stromkunden ihren Lieferanten. Ein Anstieg von rund 50 Prozent gegenüber dem Vorjahr und ein neues Allzeithoch.

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