Wieder erstklassig: Im Rheinenergie-Stadion in Köln wird ab der kommenden Saison 1.- Bundesliga-Fußball geboten.

Wieder erstklassig: Im Rheinenergie-Stadion in Köln wird ab der kommenden Saison 1.- Bundesliga-Fußball geboten.

Bild: © KSS/Rheinenergie

Von Andreas Lorenz-Meyer

2002 wurde das alte Müngersdorfer Stadion, Spielstätte des 1. FC Köln, abgerissen. An seine Stelle trat das Rheinenergie-Stadion. Der Namenszug ist für das Publikum bei den Spielen des "Effzeh" gut sichtbar, genauso bei Fernsehübertragungen und Spielzusammenfassungen für die Zuschauer an den Bildschirmen. Das bleibt erstmal so: Nach der Vertragsverlängerung mit dem dreimaligen Deutschen Meister im letzten Jahr wird die Namenspatenschaft bis mindestens 2029 fortgeführt.

"Dass der Fußballtempel unseren Namen trägt, ist etwas Besonderes", sagt Rheinenergie-Vertriebsvorstand Stephan Segbers. "Das bringt uns Loyalität im Umfeld der FC-Fans, vor allem aber nationale Bekanntheit." Letzteres zahle sich gerade für einen Versorger wie Rheinenergie aus, der Ökostrom- und Erdgaskunden im ganzen Land hat - in München, Nürnberg, Dresden oder Hannover. 

Denn im bundesweiten Energievertrieb bevorzugten viele potentielle Kunden eine Marke, mit der sie ein "echtes" Unternehmen verbinden können. Anders als viele reine Vertriebsmarken oder "virtuelle Unternehmen“ mit Fantasienamen sei die Rheinenergie ein regionales Stadtwerk mit kommunalen Wurzeln und einer über 150-jährigen Geschichte – ein Unternehmen zum Anfassen.

"Das ist immer noch ein wichtiges Entscheidungskriterium. Kunden wollen im Bedarfsfall persönliche Ansprechpartner und einen Lieferpartner haben, der noch über eigene Gebäude- und Netzinfrastruktur verfügt." Die Namenspatenschaft sorge dafür, dass die Marke Rheinergie auch in Franken oder Sachsen wahrgenommen wird  – und stärke so den Vertrieb in Regionen, in denen die Kunden im Normalfall keine FC-Fans sind.

Volles Haus bei jedem Spiel

Vor Ort und im Fernsehen sichtbar ist Rheinenergie auch durch eine eigene Stadionloge und die Bandenwerbung. Ob der FC wieder wie ab der kommenden Saison erstklassig oder aber zweitklassig ist, spielt keine allzu große Rolle. "Zwar ist unsere Präsenz im Fernsehen in der 1. Liga wegen der besseren Sende- und Anstoßzeiten größer. Aber vor Ort müssen wir keine Abstriche machen, wenn der FC in der 2. Liga spielt. Das Stadion ist zum Glück immer ausverkauft."

Neben der Namensgebung wurden 2024 auch die Exklusivpartnerschaften mit Profi-Mannschaft und U21 bis 2029 verlängert. Bei letzterer ist Rheinenergie zudem Trikotsponsor. Der neue Vertrag enthält Elemente, die über die "bereits etablierten Werbemaßnahmen mit FC-Bezug" hinausgehen. Künftig sollen mit "kreativen Online-Aktivierungen" neue Kunden gewonnen werden. Die Ansprache läuft dabei unter anderem über Social Media.

Gute Argumente für Rheinenergie liefere das Produkt "Effzeh-Strom", findet Segbers. "Es hat einige Bestandteile, die nicht zu kaufen sind." Zum Beispiel ein Sitzplatz direkt am Spielfeldrand, der über eine Verlosung zu ergattern ist.

Doppeltes Sponsoring

Mit Mainz 05 und Darmstadt 98 unterstützt der Darmstädter Energieversorger Entega zwei Profifußballvereine, die teilweise schon gleichzeitig in der 1. Bundesliga gespielt haben. "Sie sind in unserem Sponsoring nahezu gleich gewichtet", so Frank Gey, Geschäftsführer der Vertriebstochter Entega Plus. 2024 wurden die Partnerschaften jeweils bis Juni 2028 verlängert.

In beiden Fußballstadien ist Entega durch die Bandenwerbung präsent, in Darmstadt zusätzlich durch eine VIP-Lounge. "Dadurch und durch die Medienberichterstattung erreichen wir ein großes Publikum. Bei Mainz 05 sind es rund 390 Millionen Sponsoringkontakte je Saison, bei den Lilien in Darmstadt rund 380 Millionen. Das ist eine Menge."

Das Sponsoring mache Entega bekannt und fördere zudem das Image als verantwortungsbewusstes und regional verwurzeltes Unternehmen. "Das ist besonders wichtig in der Energiewirtschaft, denn dort sind Faktoren wie Vertrauen, Zuverlässigkeit und Fairness entscheidend. So bekommen wir über den Fußball eine stärkere Kundenbindung." Und es gibt noch einen zweiten Effekt: Dank Sponsoring erhöhe sich die Akzeptanz von Infrastrukturmaßnahmen, zum Beispiel von Windpark-Projekten.

Mainz 05 hat ambitionierte Nachhaltigkeitsziele

Seit der Energiekrise hat sich die Gewichtung nochmal verändert, ergänzt Gey. "Unser Fokus liegt jetzt noch mehr auf Nachhaltigkeit. Damit achten wir auch stärker darauf, dass die Partner, die wir sponsern, ökologisch und sozial verantwortlich aufgestellt sind."

Beide Fußballvereine erfüllten diesen Anspruch. Mainz 05 habe zum Beispiel mit Entega-Unterstützung als einer der ersten Fußballbundesligisten anspruchsvolle Nachhaltigkeitsziele verankert, in Darmstadt wurde Photovoltaik auf allen Tribünendächern des Stadions am Böllenfalltor installiert.

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