Bild: © SWU

Von Andreas Baumer

Ihnen soll die Zukunft gehören, wenn es nach dem Willen der Europäischen Union geht. Doch aktuell sind sie noch weit weg vom Massenkundengeschäft. Zwar ist das Interesse an Direktabnahmeverträgen von Grünstrom – besser bekannt als Power-Purchase-Agreements (PPA) – hoch, doch Abschlüsse melden überwiegend die ganz großen Stromerzeuger und -händler dieser Welt – Engie, Statkraft oder RWE. Schließlich gehen gerade längerfristige PPAs mit langen Verhandlungen und komplexen Vertragswerken einher.

Dass auch größere Kommunalunternehmen PPAs händeln können, haben jüngst die Stadtwerke Tübingen bewiesen. Sie gewannen die heimische Universität samt Uniklinik als Kunden. Zehn Jahre lang beziehen diese rund 3700 Megawattstunden (MWh) aus einem neuen bayerischen Solarpark ihrer Stadtwerke.

PPA aus Wasserkraft

Nun meldeten auch die Stadtwerke Ulm/Neu-Ulm (SWU) Vollzug. Sie beliefern den Motorenhersteller Rolls-Royce Division Power Systems in Friedrichshafen mit Grünstrom. 20.000 MWh sollen es jährlich sein. Die Laufzeit beträgt fünf Jahre.

Besonders ist dabei nicht nur, dass sich Rolls-Royce für ein regionales Stadtwerk entschied, sondern auch für regionale Wasserkraft. Bei den meisten PPAs wird Wind- oder Solarstrom verkauft. Der Vorteil von Wasserkraft ist, dass sie flexibler ist als Wind- oder Solarstrom. Der Nachteil, dass sie in Deutschland nur in begrenztem Maß verfügbar ist.

Konkret soll das im Süden Ulms gelegene Wasserkraftwerk Donaustetten den Strom erzeugen. Die Anlage wurde 1926 gebaut, 1974 modernisiert. Sie hat eine Leistung von 4,5 Megawatt (MW). Es ist das zweitgrößte Wasserkraftwerk im Portfolio der Ulmer.

Rolls-Royce bezeichnet Partnerschaft als "Meilenstein"

Die Freude bei der SWU war groß. "Solche Partnerschaften sind essenziell, um den Wandel hin zu einer klimaneutralen Wirtschaft aktiv voranzutreiben", teilte Geschäftsführer Klaus Eder mit. Rolls-Royce bezeichnete die Zusammenarbeit als "Meilenstein".

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Insgesamt vermarkten die Stadtwerke Ulm/Neu-Ulm 179 MW an erneuerbaren Energien. Rund 16 Prozent davon entfallen auf die Wasserkraft. Damit gehört das Unternehmen zu den größeren kommunalen Direktvermarktern in Deutschland.

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