Bereits seit 2018 bieten die Wuppertaler Stadtwerke über ihren Blockchain-basierten Handelsplatz Talmarkt regionalen Ökostrom an. Jetzt kommt der dynamische Tarif Talmarkt Flex dazu.

Bereits seit 2018 bieten die Wuppertaler Stadtwerke über ihren Blockchain-basierten Handelsplatz Talmarkt regionalen Ökostrom an. Jetzt kommt der dynamische Tarif Talmarkt Flex dazu.

Bild: © Wuppertaler Stadtwerke

Die Wuppertaler Stadtwerke haben einen dynamischen Tarif für Haushaltskunden entwickelt. Das Produkt mit dem Namen Talmarkt Flex soll zunächst von 50 Kunden getestet werden, ehe es breiter ausgerollt wird. Stand Sonntagmittag wurden laut Website noch 31 Tester gesucht.

Ziel des neuen Tarifs sei die Berücksichtigung innertägiger Schwankungen von Stromangebot und -nachfrage zur besseren Integration erneuerbarer Energien in das elektrische Energiesystem, heißt es. Die Testphase soll maximal ein Jahr dauern.

Verpflichtung zu dynamischen Tarifen

Laut Energiewirtschaftsgesetz müssen seit Jahresanfang Stromlieferanten mit mehr als 100.000 Letztverbrauchern dynamische Tarife anbieten, sofern Kunden mit intelligenten Messsystemen danach fragen. Mit der am Freitag vom Bundesrat verabschiedeten Novelle des Smart-Meter-Gesetzes wird diese Verpflichtung bis 2025 auf alle Versorger ausgeweitet.

Bei dynamischen Tarifen wird der Verbrauch üblicherweise stündlich zu Spotmarktpreisen abgerechnet. In der Praxis gibt es aber nur wenige Versorger auf dem deutschen Strommarkt, die entsprechende Produkte für Haushaltskunden im Portfolio haben.

Tibber gilt als Marktführer

Als Marktführer hierzulande gilt derzeit das skandinavische Start-up Tibber, das seit Anfang 2020 in der Bundesrepublik aktiv ist.

Zu den Pionieren bundesweit zählt zudem das Wiener Unternehmen Awattar, das jedoch seit Herbst 2021 auf seiner Internetseite keine Neukundentarife mehr anbietet. Deutschlands größter Energieversorger Eon führt zwar einen dynamischen Tarif, wirbt aber bislang nicht offensiv damit.

Tarif mit Unter- und Obergrenze

Der Wuppertaler Tarif sieht eine Preisober- und -untergrenze vor. So kostet die Kilowattstunde Strom selbst bei extremen Börsenschwankungen mindestens 15 Cent und höchstens 50 Cent pro kWh brutto. Grundsätzlich berechnen die Stadtwerke den Arbeitspreis aus Bestandteilen, die aus Festpreisverträgen bekannt sind. Auch ein fester Grundpreis ist vorgesehen.

Schon jetzt zeigen die Wuppertaler Stadtwerke auf einer gesonderten Internetseite namens "Energiewetteruhr", wie der Strommix in den kommenden Stunden und Tagen ausfallen dürfte. Auch eine stundenscharfe Wiedergabe der Strompreise ist unter dem Reiter "Energiepreisuhr" abrufbar. In einer App sind die Grafiken noch nicht integriert. Dies soll aber eine der nächsten Entwicklungsstufen sein. (aba/hoe)

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