Von Hans-Peter Hoeren
Die Thüringer Energie AG (Teag) ist künftig Alleingesellschafter der Energiewerke Zeulenroda GmbH (EWZ). Der zu 100 Prozent kommunale Versorger aus Erfurt erhöht seine Anteile an der EWZ von 74 auf 100 Prozent, heißt es in einer Pressemitteilung. Die Stadt erhält für den Verkauf der Minderheitsbeteiligung einen Kaufpreis, der laut Lokalmedien bei rund 3,5 Millionen Euro liegt.
Hintergrund für den Gesellschafterwechsel ist das seit dem Sommer laufende Insolvenzverfahren der Stadtwerke Zeulenroda, zu denen neben den Energiewerken auch das Freizeitbad Waikiki gehört. Die laufenden Defizite der Schwimmeinrichtung waren ursächlich für die Einleitung des Konkursverfahrens.
Gute Nachricht für externe Stadtwerke-Gläubiger
Die Wahrscheinlichkeit, dass die Forderungen aller externen Gläubiger der Stadtwerke in dem Insolvenzverfahren vollständig befriedigt werden könnten, sei sehr hoch, erklärte der Insolvenzverwalter, Rechtsanwalt Harald Heinze, auf ZfK-Nachfrage. Allerdings hätten auch einige potenzielle Gläubiger ihre Forderungen noch nicht angemeldet.
Die Energiewerke Zeulenroda betreiben ein Strom- und Gasnetz mit mehr als 350 Kilometern Länge und beliefern knapp 10.000 Kunden, mehrheitlich mit Strom, aber auch mit Gas. Der 1992 gegründete Kommunalversorger beschäftigt 22 Mitarbeitende.
Teag hält bisher ausschließlich Minderheitsbeteiligungen an Stadtwerken
"Wir freuen uns, dass die Teag hier weiter investiert und ihr regionales Engagement ausbaut. Mit dem weiteren Anteilskauf sehen wir eine noch bessere Basis für unsere Zusammenarbeit bei der Weiterentwicklung der Energie-Infrastruktur in der Stadt Zeulenroda-Triebes", sagte Bürgermeisterin Heike Bergmann.
Die Teag ist an mehr als 20 Stadtwerken in Thüringen beteiligt, es handelt sich dabei ausschließlich um Minderheitsbeteiligungen. Diese liegen zwischen 20 und 49 Prozent.
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