Immer mehr Stadtwerke und Versorger wollen die Endkundenpreise im kommenden Jahr trotz des unerwarteten Anstiegs der Netzentgelte nicht erhöhen. Neben Sachsenenergie haben jetzt auch die Stadtwerke Trier (SWT) und die Leipziger Stadtwerke ihre Preise gedeckelt.
"Nach einer detaillierten Analyse der Situation haben wir beschlossen, diese Steigerung im nächsten Jahr nicht an unsere Privatkunden in der Region Trier weiterzugeben", heißt es von den SWT.
Zusatzkosten in Millionenhöhe
Das Unternehmen schätzt, dass die zusätzlichen Kosten, die durch die steigenden Netzentgelte anfallen, in der Größenordnung "eines einstelligen Millionenbetrags" liegen. Hintergrund ist, dass die Bundesregierung nicht wie angekündigt die Netzentgelterhöhung mit 5,5 Milliarden Euro abmildert.
Dadurch verdoppeln sie sich nun auf 6,43 Cent pro Kilowattstunde. Zudem hebt der Bund den CO2-Preis 2024 um 45 Euro pro Tonne an – stärker als mit 30 Euro pro Tonne bislang geplant.
Trotzdem haben auch die Leipziger Stadtwerke als "vorweihnachtliche frohe Botschaft" mitgeteilt, die bereits kommunizierten Preise beizubehalten. Und zwar bei Strom und Gas – sowohl in der Grundversorgung als auch in den Sondertarifen.
"Die aufgrund der jüngsten bundespolitischen Entscheidungen steigenden Netzentgelte und die Erhöhung der CO2-Abgabe werden wir nicht an die Kunden weiterreichen."
Keine Preiserhöhung in Dresden
Zuvor gab etwa der Dresdener Kommunalversorger Sachsenenergie bekannt, die Preise seiner 650.000 Stromkunden auch im kommenden Jahr stabil zu halten – und die Mehrkosten dafür auf ein Betrag in zweistelliger Millionenhöhe beziffert.
Dass Stadtwerke und Versorger deswegen massiv unter Druck stehen, zeigt auch eine nicht repräsentative ZfK-Umfrage. Aus Sicht der Mainova beispielsweise könnten Sachsenenergie, die SWT und die Leipziger Stadtwerke sogar Ausnahmen sein. Der Frankfurter Versorger geht davon aus, dass viele Energieversorger ihre Preise erhöhen werden. (dz)


