Der Normalbetrieb der Stadtwerke Löhne ist gesichert. Mit 31 zu 26 Stimmen beschloss der Stadtrat der nordrhein-westfälischen Stadt diese Woche einen Gesamtwirtschaftsplan für den städtischen Eigenbetrieb, dies berichtet nun das "Westfalen-Blatt". In einer Abstimmung im Dezember 2025 war dies noch gescheitert. Kritik gab es für steigende Wassergebühren.
Seit Jahresbeginn agierte der Eigenbetrieb der Stadt Löhne ohne Gesamtwirtschaftsplan und somit im Notbetrieb. Das bedeutet: Keine neuen Investitionen sind möglich, Ausschreibungen verlieren unter Umständen ihre Gültigkeit, kein Kanalbau, keine weiteren Maßnahmen beim Hochwasserschutz.
"Wenn man über 40 Jahre kaum investiert und Gebühren konstant hält, kommt irgendwann der große Schlag. Und der ist in den letzten fünf, sechs Jahren passiert", sagte Geschäftsführer Matthias Kreft Anfang des Jahres im Gespräch mit der ZFK. Es wurden "riesige Investitionen getätigt".
In die Trinkwasserversorgung wurden in den letzten acht Jahren rund zehn Millionen Euro investiert, weitere Millionen beim Vorversorger, dem Wasserbeschaffungsverband (WBV) "Am Wiehen". Diese Investitionen des WBV werden über den Wasserpreis in Löhne ebenfalls mitbezahlt, da Löhne Teil des WBV ist, um die Trinkwasserversorgung zu stabilisieren.
Finanzielle Unterstützung durch die Stadt
Das Vermögen des Eigenbetriebs wurde an die Stadtwerke übertragen, in den nächsten Jahren erhält die Stadt Löhne deshalb eine Eigenkapitalverzinsung. Dies ist unter anderem im Kommunalabgabengesetz für das Land Nordrhein-Westfalen (§ 6 KAG) verankert. Die Rückzahlung erfolgt aus den erwirtschafteten Gewinnen des Unternehmens.
Die Rückzahlung der Finanzmittel in Höhe von über 770.000 Euro erschien den drei Oppositionsparteien (AfD, CDU und der Löhner-Bürger-Allianz [LBA]) im Stadtrat zu hoch – denn der Betrag belaste die Endverbraucher. Er wird zum großen Teil aus den Gebühren für Abwasser und Wasser zusammengestellt. "Man hätte sich konstruktiv über die Höhe der Gebühren unterhalten können", erwiderte Kreft. Doch Gegenvorschläge habe es nicht gegeben. "Der Gesetzgeber gibt das über die Eigenkapitalfinanzierung vor, und die Stadt hat das selbst beschlossen. Das liegt nicht in unserem Ermessen, sondern stammt teilweise noch aus Vorlegislaturen."





