Michael Beckereit übernimmt interimistisch die Position des Technischen Geschäftsführers und Vorsitzenden der Geschäftsführung, Frank Herzog die Position des Kaufmännischen Geschäftsführers.

Michael Beckereit übernimmt interimistisch die Position des Technischen Geschäftsführers und Vorsitzenden der Geschäftsführung, Frank Herzog die Position des Kaufmännischen Geschäftsführers.

Bild: © Ulrich Perrey/Hamburg Wasser

Von Elwine Happ-Frank

Die Aufsichtsräte der Hamburger Wasserwerke und der Hamburger Stadtentwässerung haben in einer Sondersitzung beschlossen, die derzeitigen Geschäftsführer von Hamburg Wasser, Ingo Hannemann und Gesine Strohmeyer, zum 31. März von ihren Posten abzuberufen. Hamburg Wasser ist ein Gleichordnungskonzern, in dem die Hamburger Wasserwerke (HWW) und die Hamburger Stadtentwässerung (HSE) zusammengeschlossen sind.

Ab 1. April leiten Michael Beckereit und Frank Herzog interimistisch das Unternehmen – längstens bis zum 30. Juni 2026. Beckereit übernimmt die Technische Geschäftsführung sowie die Sprecherfunktion, Herzog die Kaufmännische Geschäftsführung.

Beide Übergangs-Geschäftsführer kennen das Unternehmen gut. Beckereit hatte bereits von 2005 bis 2017 die Technische Geschäftsführung von Hamburg Wasser inne. Derzeit ist er Geschäftsführer von "Deutsche Wasser International" und leitet in dieser Funktion unter anderem ein Wasserinfrastruktur-Projekt in Kairo.

Findungsausschuss für die Neubesetzungen

Frank Herzog ist seit Januar 2022 Bereichsleiter Betriebswirtschaft bei Hamburg Wasser und bekleidet auch die Position des CFO. Der promovierte Betriebswirt war bereits von 2014 bis 2018 als Abteilungsleiter Rechnungswesen bei dem Hamburger Wasserversorger tätig, wechselte dann zu Hamburg Energie, zunächst als Bereichsleiter Finanzen, später war er Geschäftsführer der Hamburg Energie Geothermie. In dieser Zeit haben er und Beckereit schon einmal eng zusammengearbeitet.

Zeitgleich mit dem Start der Interimsgeschäftsführung wird der Aufsichtsrat die Vorbereitungen für einen Findungsausschuss zur Neubesetzung der beiden Geschäftsführerpositionen nach dem Ausscheiden von Hannemann und Strohmeyer einleiten. Hintergrund dafür ist ihr am 6. März erklärter Verzicht auf eine Vertragsverlängerung. Außerdem haben alle Beteiligten den Wunsch, "einen klaren Neustart für das Unternehmen zu ermöglichen, das in den vergangenen Monaten massiver Kritik ausgesetzt war", wie es in einer Pressemitteilung von Hamburg Wasser heißt.

"Verloren gegangenes Vertrauen wiederherstellen"

In einem Statement dankte Anselm Sprandel, Aufsichtsratsvorsitzender von Hamburg Wasser und Staatsrat in der Hamburger Behörde für Umwelt, Klima, Energie und Agrarwirtschaft (BUKEA), Strohmeyer und Hannemann, dass sie "durch ihren Verzicht auf Vertragsverlängerung diesen Schritt möglich gemacht und dabei das Wohl des Unternehmens über persönliche Interessen gestellt haben".

Sprandel hält den unter der Leitung von Hannemann und Strohmeyer begonnenen Transformationsprozess für einen "wichtigen Schritt in die richtige Richtung". Diesen Weg nun kontinuierlich weiterzugehen, und dabei auch "verloren gegangenes Vertrauen nach außen wie nach innen wiederherzustellen", seien die größten Herausforderungen für die Interims-Geschäftsführung.

"Mir ist bewusst, dass Veränderungen und Übergänge immer Fragen aufwerfen", kommentierte Beckereit seine Rückkehr zu Hamburg Wasser. Ihm sei es wichtig, dass Hamburg Wasser gestärkt aus dieser Phase hervorgehe.

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