Die Aachener Stadtwerke-Kooperation Trianel baut ihr Geschäft mit Flexibilitäten weiter aus. In NRW nimmt nicht nur der neue 900-Megawatt-Speicher Gestalt an. Eine positive Bilanz zieht das Unternehmen auch bei der Vermarktung von Anlagen Dritter.
Im Schnitt hätten bei der Vermarktung von Batteriespeichern im Jahr 2025 Erlöse von 257.000 Euro pro Megawatt (MW) erzielt werden können, teilte Trianel anlässlich eines Pressegesprächs im Rahmen der Messe "E-World" mit. Ein Jahr zuvor waren es demnach 239.000 Euro pro MW.
Möglich mache das ein "Multi-Market-Ansatz", das heißt eine optimierte Vermarktung an den verschiedenen Märkten – Spotmarkt und Regelenergiemarkt – über das eigene virtuelle Kraftwerk. Darin vernetzt das Unternehmen seit einigen Jahren Batteriespeicher und aggregiert so deren Flexibilitäten.
Mehr Speicher, weniger Erlöse
Allerdings dürften die Erlöse in dem Bereich in Zukunft deutlich sinken – nicht nur bei der Trianel –, wie Bereichsleiter Klaus Horstick in Essen erklärt. "Aktuell passt der Business Case", so Horstick. Doch werde es nicht dabei bleiben. Denn mit dem Zubau neuer Speicher würden auch die Erlöse sinken. Je nach Prognose auf künftig 120.000 Euro pro MW und Jahr – Tendenz weiter sinkend.
Was diese Entwicklung momentan noch bremst, sind die vielen Betreiber geplanter Großbatterien, die einen Netzanschluss beantragt haben, über den bislang noch nicht entschieden wurde.
In Spitzenzeiten lagen allein den vier deutschen Übertragungsnetzbetreibern 50Hertz, Amprion, Tennet und Transnet BW knapp 700 Anträge mit einer Gesamtleistung von 250 Gigawatt (GW) vor – hinzu kommen Anträge in den Verteilnetzen.
Investitionen im Millionenbereich
Die Stadtwerke-Kooperation treibt darüber hinaus den Bau eines der größten Batteriespeicherparks Deutschlands im nordrhein-westfälischen Waltrop voran. Der Park wird über eine Leistung von 900 Megawatt (MW) und eine Speicherkapazität von 1800 Megawattstunden verfügen und soll 2028 in Betrieb gehen. Da Batteriespeicher keine EEG-Förderung erhalten, erfolgt die Finanzierung über den Markt.
Die Investitionen belaufen sich Horstick zufolge bislang auf einen "zweistelligen Millionenbetrag". Der Bereichsleiter geht davon aus, dass Ende Februar alle Genehmigungen vorliegen werden, sodass der Bau wie geplant dieses Jahr starten könne.
Die Diskussion der Bundesnetzagentur zur Einführung von rückwirkenden Speichernetzentgelten treibt die regulatorische Unsicherheit derzeit auf die Spitze.
Das ist Teil der Strategie Trianels, die die Geschäftsführung 2024 angekündigt hat. Ein Fokus liegt seitdem stärker als bisher auf einer intelligenten Nutzung von flexiblen Anlagen und dem Bau von Wasserstoff- und Speicherprojekten, wie Geschäftsführer Oliver Runte damals erläuterte. Vergleichbare Projekte gibt es etwa in Hamm und Lünen (beide ebenfalls NRW).
Bundesnetzagentur sorgt für Unmut
Daher verwundert es nicht, dass das Unternehmen die politischen Rahmenbedingungen kritisch sieht. "Die Diskussion der Bundesnetzagentur zur Einführung von rückwirkenden Speichernetzentgelten treibt die regulatorische Unsicherheit derzeit auf die Spitze", heißt es in einer Pressemitteilung. "So sollen Netzentgelte für Speicher erhoben werden, denen nach derzeitigem Gesetzeswortlaut eine 20-jährige Netzentgeltbefreiung zustünde."
Tatsächlich erarbeitet die Behörde gerade die "Allgemeine Netzentgeltsystematik Strom" (Agnes). In dem Zuge möchte sie das Privileg aufheben, da – so die Begründung – eine Vollbefreiung von Speichern europarechtlich nicht darstellbar und energiewirtschaftlich nicht zweckmäßig sei.
Trianel pocht jedoch auf die systemdienliche Rolle von Speichern und fordert einen Rahmen, der Planungssicherheit schaffe. "Ohne diesen werden Investitionen verzögert, obwohl der systemische Bedarf eindeutig ist", betont Horstick.
In der Kooperation sind nach eigenen Angaben Stand heute mehr als 100 kommunale Gesellschafter und Partner zusammengeschlossen.



