Ehemaliger SWB-Geschäftsführer Olaf Hermes wechselt von Bonn nach Bayern.

Ehemaliger SWB-Geschäftsführer Olaf Hermes wechselt von Bonn nach Bayern.

Bild: © SWB

Aus dem Großstadt-Dschungel in den bayerischen Wald? Das Bild funktioniert im Fall des ehemaligen Geschäftsführers der Stadtwerke Bonn, Olaf Hermes, nur bedingt. Zum 1. Juli wird er neuer Vorstandsvorsitzender der Bayerischen Staatsforsten (BaySF), wie das Bayerische Wirtschaftsministerium mitteilte. Dort folgt er auf Martin Neumeyer, der im Sommer in den Ruhestand geht.

Die BaySF bewirtschaften im Auftrag des Freistaates Bayern seit über 20 Jahren rund 750.000 Hektar Wald mit Fokus auf eine "nachhaltigen, naturnahen und multifunktionale Forstwirtschaft". Das Unternehmen zählt etwa 2.800 Mitarbeiter und hat einen Jahresumsatz von rund 500 Millionen Euro. Der gesetzliche Auftrag der BaySF sei es, die Wälder vorbildlich zu bewirtschaften und dabei alle gesellschaftlichen, ökologischen und ökonomischen Ansprüche an den Wald bestmöglich zu vereinbaren.

Vielfältige Aufgaben

Die Aufgaben von Hermes bei der BaySF sollen vielfältig sein: von regenerativen Energien bis hin zur Unternehmenskommunikation. Die BaySF sind im Vertrieb von Hackschnitzeln, Brennholz und Industrieholz tätig. Außerdem verpachten die BaySF Standorte im Staatswald für Windkraftanlagen und unterstützen damit den Erneuerbarenausbau in Bayern. Die Einnahmen aus der Pacht gehen an den Staat.

Zum 1. Juli 2026 tritt Hermes die Nachfolge von Martin Neumeyer an, der im Sommer 2026 in den Ruhestand wechselt. Die Bayerischen Staatsforsten sind ein erfolgreiches Unternehmen mit vielfältigen Aufgaben für den Vorstandsvorsitzenden – von regenerativen Energien bis hin zur Unternehmenskommunikation.

Bayerns Wirtschaftsminister Hubert Aiwanger und der Aufsichtsratsvorsitzende der BaySF freuen sich auf die Expertise von Hermes: "Ich bin überzeugt, dass er mit seinem Blick von außen neue Impulse einbringt". Es gehe darum, die Wälder verantwortungsvoll zu bewirtschaften und gleichzeitig das Geschäftsmodell der BaySF weiterzuentwickeln.

Überraschender Abschied in Bonn

Hermes sorgte Ende März für einen Paukenschlag in der Energiewirtschaft, als er als Geschäftsführer der Stadtwerke Bonn seine Kündigung eingereicht hat. Als Grund gab er das gestörte Vertrauensverhältnis mit dem Bonner Rathaus im Zusammenhang mit dem Streit um den Verkauf eines Grundstücks an, auf dem sich ein privater Flugplatz befindet. Auch wegen der anstehenden Herausforderungen im Zuge der Energie- und Wärmewende sei eine vertrauensvolle Zusammenarbeit unabdingbar, argumentierte Hermes.

Nach einer Aussprache mit dem Oberbürgermeister Guido Déus (CDU) schienen die Wogen geglättet, auch eine Vertragsverlängerung stand plötzlich im Raum. Am Ende entschied sich Hermes allerdings trotzdem für den Abschied aus Bonn.

Vor seinem Engagement in Bonn seit 2022 war Hermes unter anderem vier Jahre bei RWE im Vertriebs- und Marketingbereich tätig. 2009 wechselte zu den Stadtwerken Leipzig als Prokurist für Vertrieb, Marketing und Energiedienstleistungen. Im Anschluss war Hermes als Vorstandsvorsitzender der Regensburger Energie- und Wasserversorgung AG, als kaufmännischer Vorstand der Stadtwerke Bremen.

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