Eon ist Deutschlands größter Energieversorger. Mitarbeiter werden in der Regel im Rahmen der TG Energie vergütet.

Eon ist Deutschlands größter Energieversorger. Mitarbeiter werden in der Regel im Rahmen der TG Energie vergütet.

Bild: © Andreas Baumer

Sie gelten als Gradmesser für Stadtwerke-Gehälter und stehen nun wieder auf dem Prüfstand: die Gehälter der Tarifgemeinschaft Energie, kurz TG Energie. Dazu gehören Beschäftigte des größten deutschen Energieversorgers Eon, aber auch des Übertragungsnetzbetreibers Tennet. Zudem werden die Beschäftigtengehälter von Edis und EnviaM, zwei großen Energieunternehmen in Ostdeutschland und Eon-Töchtern, mitverhandelt.

Die Gewerkschaft Verdi hat einen gewohnt kühnen Erstaufschlag gewagt. Satte sieben Prozent mehr Gehalt pro Monat fordert sie für alle Beschäftigten, Auszubildenden und dual Studierenden. Zum Vergleich: Die Inflation in Deutschland bewegt sich laut Statistischem Bundesamt derzeit bei etwas mehr als zwei Prozent. Bei der Laufzeit schlägt Verdi zwölf Monate vor.

TV-V-Gehalt steigt 2026 um 1,25 Prozent

Stadtwerke dürften genau hinsehen, wie sich die TG-Energie-Tarifverhandlungen entwickeln. Immerhin ist gerade bei Fachkräften der Konkurrenzdruck groß. Sonja Detmer, Betriebsratsvorsitzende der Wuppertaler Stadtwerke, beschrieb das in einem Interview mit der ZfK für ihr Unternehmen so. "Wir befinden uns in einem Ballungsraum, in dem es um uns herum auch viele andere große Energieversorger und Netzbetreiber gibt", sagt sie. "Das sind für Beschäftigte keine großen Hürden, wenn der Preis stimmt. Da sind wir schon im Konkurrenzkampf."

Zur Erinnerung: Der wichtigste Stadtwerke-Tarif TV-V wurde erst in diesem Jahr neu verhandelt. In der Folge stiegen die Gehälter im Juni um bis zu acht Prozent. Der Zuschlag im kommenden Jahr fällt da deutlich kleiner aus. Auf 1,25 Prozent mehr haben sich die Tarifparteien geeinigt. Im Juni 2026 werden die TV-V-Gehälter durch die Bank um diesen Betrag erhöht.

4,6 Prozent mehr für elf Monate

Verdi verhandelte bereits im vergangenen Jahr recht erfolgreich mit Eon und Co. 4,6 Prozent mehr für alle TG-Energie-Beschäftigten holte die Gewerkschaft heraus. Das machte auch in der Stadtwerke-Welt Eindruck und erhöhte den Druck, trotz klammer kommunaler Kassen auch im TV-V großzügiger zu sein.

Verdi war bei den letztjährigen TG-Energie-Verhandlungen mit einer Forderung von 8,5 Prozent eingestiegen. Die jetzige Forderung beschloss die Tarifkommission der Gewerkschaft auf Grundlage einer Beschäftigtenbefragung.

Die Verhandlungen starten laut Verdi am 15. Januar 2026 in Düsseldorf. Betroffen sind demnach mehr als 30.000 Kolleginnen und Kollegen. Bislang sind bis Anfang Februar drei Verhandlungstermine geplant. Die Friedenspflicht endet mit dem 31. Januar 2026. Danach könnte auch gestreikt werden.

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