Insgesamt wertet Verdi das Ergebnis als positiven Abschluss.

Insgesamt wertet Verdi das Ergebnis als positiven Abschluss.

Bild: © nmann77/AdobeStock

Von Hanna Bolte

Die Tarifverhandlungen für die Beschäftigten der Energiewirtschaft in Ostdeutschland, deren Unternehmen im Arbeitgeberverband Energie- und Versorgungswirtschaft (AVEU) organisiert sind, sind zu einem Abschluss gekommen. Nach dem AVEU-Tarif zahlen beispielsweise die Leipziger Stadtwerke, Sachsenenergie oder die Teag.

Nach insgesamt 13 Stunden einigten sich die Parteien in der dritten Verhandlungsrunde auf einen Kompromiss mit einer Laufzeit von 23 Monaten. Die Einigung sieht eine Erhöhung der Tabellenentgelte um 3,5 Prozent rückwirkend zum 1. April und eine weitere Erhöhung um 3,5 Prozent zum 1. April 2026 vor.

Bei Auszubildenden und dual Studierenden sind es monatlich 95 Euro mehr rückwirkend zum 1. April. Die Erhöhung im April 2026 beträgt 75 Euro. Dual Studierende wurden laut Verdi erstmals in den Geltungsbereich aufgenommen. Sie erhalten so mindestens die gleiche monatliche Vergütung wie Auszubildende.

"Kompromiss, der ein Stück weit schmerzt"

Ursprünglich hatten die Gewerkschaften 7,5 Prozent mehr Geld gefordert, mindestens aber 320 Euro mehr im Monat bei einer Laufzeit von zwölf Monaten. Verdi-Verhandlungsführer Frank Franke bezeichnete das Ergebnis als "Kompromiss, der uns in der Frage der Lohnerhöhung ein Stück weit schmerzt", aber insgesamt trotzdem zufriedenstellend sei.

Auch beim Thema Zeitsouveränität gibt es Neues. Ab dem kommenden Jahr kann ein Teil des Entgelts in bis zu drei zusätzliche freie Tage pro Jahr umgewandelt werden. Für Auszubildende und Dualstudierende besteht die Möglichkeit, einen zusätzlichen freien Tag pro Jahr in Anspruch zu nehmen.

Neue Verdi-Mitgliedervorteilsregelung

Des Weiteren erhalten gewerkschaftlich organisierte Beschäftigte einen zusätzlichen Freistellungstag für Fachtagungen, Schulungen, Webinare und Fortbildungsmaßnahmen. Neu ist auch die Möglichkeit der Mitgliederversammlungen. Insgesamt können dafür ab 2025 bis zu drei Tage pro Kalenderjahr in Anspruch genommen werden.

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