Um Investitionen in Wärmenetze abzusichern, soll es neue Garantien geben, kündigte Frank Wetzel, Staatssekretär im Wirtschaftsministerium, am Dienstag an.

Um Investitionen in Wärmenetze abzusichern, soll es neue Garantien geben, kündigte Frank Wetzel, Staatssekretär im Wirtschaftsministerium, am Dienstag an.

Bild: © ThomBal/Adobestock (links)/ © BMWE / Susanne Eriksson (rechts)

"Das Geld ist da." Das war der Satz, der auf dem BDEW- und VKU-Finanzierungsgipfel am häufigsten fiel. An der Bundesregierung liegt es daher, die Rahmenbedingungen zu schaffen, damit Investoren in die Energiewende und die Stadtwerke investieren. Dafür werden die neuen Instrumente im Deutschland-Fonds entwickelt. Nach dem dort bisher vor allem die Fremdkapitalseite mitgedacht wurde, rückt nun mehr das Eigenkapital in den Fokus.

Nach KfW-Absicherungen für Geothermieprojekte sind weitere Instrumente in der Erarbeitung. Konkret nennt Frank Wetzel, Staatssekretär im Wirtschaftsministerium das "Erneuerbare Energien Plus" und den "Investitions- und Konsortialkredit". Beide dienen zur Aufnahme von Fremdkapital mithilfe der KfW und sollen in diesem Sommer fertig entwickelt sein.

Das Instrument "Erneuerbare Energien Plus" soll den marktgetriebenen Ausbau der erneuerbaren Energien über PPAs vorantreiben. Die neuen Investitions- und Konsortialkredite sollen über staatliche Garantien Investitionen in Stromverteil- und Wärmenetze absichern. Dabei wird der Kredit über die Hausbank aufgenommen, das Risiko trägt die KfW.

Offenheit für privates Kapital

"Für uns ist klar: Bei diesen gewaltigen Summen für Investitionen in Übertragungsnetzbetreiber, Versorgungsnetze oder die Wärmenetze, kommen wir nicht ausschließlich mit öffentlichem Kapital zurecht", sagt Wetzel. "Das Interesse von privaten Investoren an Investitionen in Deutschlands Infrastruktur hat zugenommen", sagt Wetzel weiter. "Was es jetzt natürlich auch braucht, ist vor Ort die Offenheit für private Kapitalgeber." In den Gesprächen habe er oft herausgehört, dass es da Sorge und Skepsis gäbe. "Insgesamt brauchen wir aus unserer Sicht eine echte Investitionsoffensive, die bereits in den Aktivitäten des Sondervermögens veranlagt ist."

Bezüglich der Stärkung des Eigenkapitals verwies der Staatssekretär auf die Länder. Allerdings betonte er, dass der Bund auch hier an einer Zusammenarbeit mit Ländern und Kommunen interessiert sei. "Länder müssen Verantwortung wahrnehmen und nach links und nach rechts schauen", so Wetzel. Hessen und Niedersachsen seien zwei positive Beispiele. Er betonte die Energieministerkonferenz vom 20. bis 22. 2026 Mai auf Norderney, bei der die Eigenkapitalstärkung der kommunalen Unternehmen Thema werden soll.

"In meinen Gesprächen und bei verschiedenen Besuchen hat mich besonders beeindruckt, wie viele Städte bereits heute erfolgreiche Lösungen entwickelt haben, um unterschiedliche Finanzierungsquellen zu kombinieren", so Wetzel. Dabei zeigt sich klar: Es gibt keine "One size fits all"-Lösung. Vielmehr müssen für jede Kommune und jedes Versorgungsunternehmen individuelle Ansätze entwickelt werden, die auf die jeweiligen Rahmenbedingungen zugeschnitten sind. Entscheidend ist daher ein Baukastensystem, bei dem passende Finanzierungsinstrumente – je nach regionaler Situation – zusammengestellt werden. Unterstützt durch Länder und Bund entstehen so flexible Modelle.

Das große Warten

Laut Thüga-Vorständin Anne Rethmann zögern viele kommunale Unternehmen aktuell noch mit Investitionen, da sie auf bessere Rahmenbedingungen hoffen. Dem pflichtete auch Miye Kohlhase, Geschäftsführerin beim Bundesverband deutscher Banken bei: "Kapital braucht Klarheit." Und wie der Deutschland-Fonds ausgestaltet wird, ist derzeit noch nicht hundertprozentig klar. Eine Warnung des Finanzierungsgipfels an die Stadtwerke war jedoch, nicht auf einen Geldsegen mit Fördermitteln zu hoffen.

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