Der Deutschlandfonds umfasst auch Absicherungsinstrumente für Transformationsindustrien, beispielsweise Windkraftanlagenbauer.

Der Deutschlandfonds umfasst auch Absicherungsinstrumente für Transformationsindustrien, beispielsweise Windkraftanlagenbauer.

Bild: © Tom Weller/dpa

Nicht nur die Energiebranche soll von dem Deutschlandfonds profitieren, auch die für Versorgungsbranche wichtige Transformationsindustrien, etwa Batteriespeicherhersteller oder Windanlagenbauer, erhalten Unterstützung. Die Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) hat hierzu am Donnerstag (18. Dezember) ein entsprechendes Absicherungsinstrument gestartet. Dieses fördert Unternehmen aus Branchen, die den Übergang zu innovativen und nachhaltigeren Technologien vorantreiben.

Dazu zählen insbesondere Unternehmen aus den Bereichen Stromerzeugung und -verteilung, Wasserstofftechnologie, Energiespeicherung, Wärme- und Kälteerzeugung sowie der Automobilindustrie.

Die KfW beteiligt sich an Sicherheitsleistung

Und darum geht es konkret: Bei Avalfinanzierungen (eine Sicherheitsleistung der Banken) großer Vorhaben stoßen Kreditinstitute häufig an ihre Grenzen. Genau hier setzt das Programm an: Die KfW stellt gemeinsam mit weiteren Finanzierungspartnern Avalfinanzierungen – zu denen beispielsweise Anzahlungs-, Vertragserfüllungs- und Gewährleistungsgarantien zählen – zur Verfügung. Der KfW-Risikoanteil beträgt mindestens 50 Millionen Euro pro Finanzierung. Durch die Beteiligung der KfW steht den Unternehmen ein weiteres Angebot zur Verfügung.

Ein Beispiel: Ein Produzent von Windkraftanlagen wird von einem Kunden – beispielsweise einem Windparkbetreiber – dazu verpflichtet, eine Sicherheitsleistung zu hinterlegen. Diese sichert die Lieferung der Windkraftanlagen ab, bevor der Kunde eine Baugenehmigung beantragt. Der Hersteller der Windkraftanlagen fragt die Sicherheitsleistung in Form einer Avalfinanzierung bei seiner Hausbank an. Kann diese das Risiko aus dem Aval nicht allein tragen, beteiligt sich die KfW. Das ermöglicht die Produktion und die Lieferung der Anlagen für den Windpark.

"Mit der neuen Förderung unterstützen wir gezielt Hersteller von Zukunftstechnologien. Die Absicherung ermöglicht es den Unternehmen, wirtschaftlich nachhaltige Investitionen zu tätigen. Dabei übernimmt die KfW bis zu 50 Prozent des Risikos", so Melanie Kehr, die für das inländische Fördergeschäft verantwortliche Vorständin der KfW.

Deutschland-Fonds wird sukzessive erweitert

Der Deutschlandfonds setzt mit verschiedenen Finanzierungsinstrumenten staatliche Anreize, um privates Kapital für Investitionen in wichtige Zukunftsbereiche der deutschen Wirtschaft zu gewinnen. Im ersten Schritt stehen vor allem die Bedarfe der Energiebranche, von Industrie- und Mittelstand sowie von Start-ups und Scale-ups im Fokus.

Im Energiebereich ist ein KfW-Programm zur Förderung von Geothermie-Vorhaben und zur Absicherung von Fündigkeitsrisiken gestartet. Außerdem übernimmt die KfW eine Absicherung bei Darlehen für den Strom- und Wärmenetzausbau und will dadurch die Bereitschaft der Hausbanken zur Kreditvergabe erhöhen.

Der Dachfonds ist dynamisch angelegt und soll sukzessive ausgeweitet werden. Mit staatlichen Garantien und Bürgschaften in Höhe von bis 30 Milliarden Euro sollen 130 Milliarden Euro an Investitionen gehebelt werden, vor allem durch privates Kapital.

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