Blick auf die Unternehmenszentrale der Stadtwerke Osnabrück.

Blick auf die Unternehmenszentrale der Stadtwerke Osnabrück.

Bild: © Andreas Baumer/ZfK

Die Stadtwerke Osnabrück strukturieren den Geschäftsbereich Energiehandel neu. So vermarktet das Kommunalunternehmen vom Steinkohlekraftwerk Lünen erzeugte Strommengen, die es als Mitgesellschafter anteilig abnehmen muss, nicht mehr selbst, wie die ZfK im Gespräch mit Interims-Vorstand Stefan Grützmacher erfuhr. Seit vergangenem Herbst übernimmt dies als Dienstleister das Aachener Handelshaus Trianel, das ebenso Anteile am Meiler hält.

Die Stadtwerke Osnabrück sind zu 5,28 Prozent am kommunalen Gemeinschaftskraftwerk Lünen beteiligt. Dabei konnte der 2013 ans Netz gegangene Kohleblock (750 MW) die wirtschaftlichen Erwartungen bislang nicht erfüllen. Wie andere Gesellschafter mussten die Stadtwerke Osnabrück in den vergangenen Jahren erhebliche Drohverlustrückstellungen bilden.

Frontoffice: Dienstleister gesucht

Verluste aus der Kraftwerksbeteiligung trugen auch dazu bei, dass die Stadtwerke im Geschäftsjahr 2021 ein Rekordminus von 16,9 Mio. Euro erwirtschafteten. Kurz darauf wurde Grützmacher engagiert, um das Unternehmen zu sanieren. (Die ZfK berichtete.)

Des Weiteren wollen die Niedersachsen Teile des Frontoffice-Managements an Dienstleister auslagern, sagte der Stadtwerkechef. Die Ausschreibung dafür laufe noch. Die wesentliche Aufgabe des Frontoffices ist der Abschluss von Handelsgeschäften.

"Waren nicht optimal aufgestellt"

Bislang macht der Kommunalversorger von Energiedaten- und Bilanzkreismanagement bis hin zum Portfolio- und Risikomanagement alles selbst. Dafür seien aber auch "perfekte Systeme und Prozesse" sowie entsprechend ausgebildete Mitarbeiter nötig, sagte Grützmacher.

"Beispielsweise muss man auf Knopfdruck Reports zur eigenen Positionierung im Markt auswerfen können, um gegebenenfalls schnell reagieren zu können. Da waren wir nicht optimal aufgestellt."

Stromabsatz 2021 bei 2,2 TWh

Die Stadtwerke Osnabrück sind im Wesentlichen im Strom- und Gashandel tätig. Sie beliefern Sonder-, Gewerbe- und Privatkunden sowie kleinere Energieversorger in der Region. Im Jahr 2021 betrug der Stromabsatz der Stadtwerke inklusive Handelsgeschäfte für andere Weiterverteiler rund 2,2 TWh, wie aus dem Geschäftsbericht des Kommunalunternehmens hervorgeht. Bei Gas waren es etwa 3,8 TWh.

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